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Ehrlich Brothers verzaubern mit gigantischen Tricks

Herford/Kassel.  Nur Superstars wie Helene Fischer verkaufen mehr Tickets als die Ehrlich Brothers. Die Zauberer aus Ostwestfalen zeigen gigantische Tricks, die selbst David Copperfield staunen lassen.

Im Moment geht es den Zauberern Andreas (36) und Chris Ehrlich (32) wie ihren Zuschauern, wenn sie über einen ihrer Tricks staunen. Nur AC/DC, U2, Helene Fischer und Mario Barth verkaufen hierzulande gerade mehr Karten für ihre Auftritte als die „Ehrlich Brothers“ aus der Nähe von Herford. „Wow, das ist Wahnsinn“, sagen die beiden Ostwestfalen ungläubig. Wir erklären den Aufstieg der Brüder, die am 29. März in Kassel auftreten.

DIE SHOW

Beim Interview in unserer Redaktion führen Andreas und Chris Ehrlich einige Tricks vor. Aus einem Zehn-Euro-Schein machen sie einen Fünfziger. Wie praktisch, denn ihre Live-Show ist nicht billig: Die Brüder fahren aus einem iPad auf einer Harley auf die Bühne. Zu Rammstein-Musik und ganz viel Pyro-Technik verbiegen sie Bahnschienen, und aus ihren Händen heraus entfachen sie einen kleinen Schneesturm.

Die Aufsteiger sind die Rockstars unter den Zauberern. Statt Frack und Zylinder tragen sie Jeans, Sneakers und wilde Frisuren. Wenn man sie fragt, was einen guten Trick ausmacht, zitiert Chris keinen Geringeren als Goethe: „Das Höchste, wozu der Mensch gelangen kann, ist das Erstaunen.“ Viele Erwachsene haben das verlernt. Mit ihren Illusionen lassen die Ehrlich Brothers auch die Alten noch mal Kind sein. Die Zuschauer sollen sich nicht fragen, was der Typ in seiner linken Hand hat, sondern einfach „Wow“ sagen.

DIE ANFÄNGE

Begonnen hat alles Weihnachten 1987, als der neunjährige Andreas einen Zauberkasten bekam. Später ließ er seinen vier Jahre jüngeren Bruder auf einer Pappkonstruktion schweben. Die Eltern staunten - bis alles zusammenkrachte und Chris mit einer Platzwunde ins Krankenhaus musste.

Eigentlich wollte Andreas Augenarzt werden, aber sein Abi (2,0) war nicht gut genug. Er studierte Mathe und jobbte nebenher als Zauberer. Nach einem Auftritt bei einem Augenarzt-Kongress fragte ihn ein Professor: „Das machst du hauptberuflich, oder?“ Da ahnte er, dass er gut genug sein könnte, um davon leben zu können. Bruder Chris stieg von der „Assistentin“ (Andreas) zum Zauberer auf.

DIE SACHE MIT DAVID COPPERFIELD

Mit ihrem Vater werkelten die Brüder im Keller in Bünde an immer größeren Tricks. Uri Geller wurde mit verbogenen Löffeln berühmt, bei den Ehrlich Brothers mussten es Eisenbahnschienen sein. Irgendwann meldete sich ihr Vorbild David Copperfield, um einen ihrer Tricks zu kaufen. Die Ehrlich Brothers überlegten lang. Junge Songwriter sagen auch nicht Nein, wenn Madonna anruft. Dann lehnten die Brüder das Angebot doch ab. „Wenn die Tricks so gut sind, dass er sie haben will, müssen wir sie behalten“, dachten sie sich. Andreas meint: „Das hat uns noch mal Selbstbewusstsein gegeben.“ Heute touren sie mit 30 Mitarbeitern, drei Vierzigtonnern und zwei Nightlinern.

IHRE HEIMAT

Mittlerweile haben die Ehrlich Brothers Anfragen aus Las Vegas. Die bodenständigen jungen Männer schauten sich die Glitzer-Metropole an, fanden sie aber nicht so schön wie Ostwestfalen. „Wir wollen noch nicht jeden Morgen in der Wüste aufwachen und jeden Abend in derselben Straße spielen“, sagt Chris. Sein Bruder würde in Las Vegas auch den deutschen Winter vermissen. Vielleicht folgen sie irgendwann doch Siegfried und Roy, den anderen großen deutschen Magiern, nach Nevada. Den Schnee können sie sich schließlich selbst zaubern.

Die Ehrlich Brothers in der Kasseler Stadthalle: 29. März, 15 und 19 Uhr, Tickets beim HNA-Kartenservice, 0561/203-204.

Von Matthias Lohr

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