Eigenwillig, aber genial: Konzert bei Symposium

Mal sanft, mal dramatisch: Sopranistin Petra Schmidt, begleitet von Nikita Kopylov am Klavier. Foto: Schachtschneider

Kassel. Seit einem Vierteljahrhundert bereichert die von Christel Nies geleitete Konzertreihe „Komponistinnen und ihr Werk“ unser Musikleben. So ist es der Reihe zu verdanken, dass Großmeisterinnen der Neuen Musik wie Sofia Gubaidulina nach Kassel kamen - nur ein Beispiel für die starken Akzente, die Christel Nies in den 25 Jahren setzte. Nun veranstaltete ihre Reihe in Kooperation mit dem Institut für Musik der Kasseler Uni ein Symposium zum Thema „Chancengleichheit für Komponistinnen“.

Neben den Vorträgen und Diskussionen gab es dabei auch ein Dozentenkonzert mit Petra Schmidt (Sopran), Nikita Kopylov (Klavier) und Stefan Hülsermann (Klarinette).

Einen Teil der guten Stunde bildeten romantische Lieder - vertreten durch Clara Schumann, Alma Mahler und die Kasseler Komponistin Luise Greger. Die wienerische Spätromantik Alma Mahlers traf bei Greger auf ihre Wilhelmshöher Entsprechung - eine charmante Nord-Süd-Begegnung.

Vor allem aber sang Petra Schmidt mit viel Hingabe, hoher Intensität und weiter Dynamik. Das klang mal sanft, mal dramatisch und wurde von Nikita Kopylov einfühlsam begleitet.

In Werken für Klarinette solo von Dora Cojocaru und Betsy Jolas bewies Stefan Hülsermann einmal mehr seine gestalterische Sensibilität. Der extremste Beitrag, den die 40 Zuhörer im Uni-Konzertsaal zu hören bekamen, war jedoch die 5. Klaviersonate von Galina Ustwolskaja (1919-2006).

Der vorzügliche Pianist Nikita Kopylov meisterte diese herbe Ausdrucksmusik mit Bravour. Da gab’s hämmernde Kraftstellen, spartanisch-karge Texturen und den geradezu zwanghaft wiederholten Ton Des. Eigenwillig, aber genial.

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