Sänger Max Mutzke über sein neues Album, die Rückkehr zum Soul und Musik, die die Welt verändern kann

Interview mit Max Mutzke: „Ein Song bringt mehr als 100 Reden“

Max Mutzke siegte 2004 in Stefan Raabs Casting-Wettbewerb, mit dem Song „Can't Wait Until Tonight" und dem achten Rang beim Eurovision Song Contest gelang ihm der Durchbruch.

Nun hat der 34-Jährige sein sechstes Album veröffentlicht. Es heißt schlicht „Max“ und führt ihn zurück von der Jazz- zur Soulmusik.

Das Album trägt Ihren Namen. Sie haben gesagt, Ihr neues Album ist Ihr musikalischer Ausweis. Wie würden Sie das Passbild darin beschreiben? 

Max Mutzke: Es sieht mir jetzt wieder sehr ähnlich. Nach meinem letzten Jazz-Album hatte ich meine Identität verloren. Ich wusste nicht mehr, für was mein Name steht. Deshalb ist das neue Album wie ein Ausweis für mich. Ich habe vier Jahre daran gearbeitet, dafür steht mein Name: Max.

Sie haben den Jazz Award erhalten. Warum jetzt der Weg zurück zum Soulman?

Mutzke: Das Jazz-Album sollte nur ein Ausflug sein, um mich vom kommerziellen Leidensweg zu lösen. Aber es war immer klar, dass ich wieder ein Soul-Album machen will. Das ist die Musik, die mich antreibt.

Wie viel Max steckt in den Texten? 

Mutzke: Es steckt in vielen Songs Persönliches drin, was eigentlich konträr dazu ist, wie ich in der Öffentlichkeit mit meinem Privatleben umgehe.

Welches Lied liegt Ihnen am meisten am Herzen? 

Mutzke: „Unsere Nacht“ ist ein Appell an ein buntes Deutschland. Daraus entwickelt hat sich eine Video-Idee mit einer virtuellen Gesichterkette. Dabei sind bereits 31 Topleute von Olli Dittrich über Barbara Schöneberger, Götz Alsmann, Andreas Bourani bis zu Steffen Hallaschka. Entstehen soll ein Video mit vielen lachenden Gesichtern, die sich für ein buntes Deutschland aussprechen. Jeder kann ein Video von sich drehen und das Lied singen. Wir schneiden die Leute dann zwischen die Prominenten.

Dann soll sich Ihre Musik auch etwas bewegen? 

Mutzke: Ich glaube daran, dass Musik etwas bewirken kann. Ein Song von Michael Jackson bringt mehr als 100 Reden von Außenministern.

Auf welche Meinung verlassen Sie sich bei der Arbeit? 

Mutzke: Ich habe mit dem Hausfrauentest aufgehört und frage nicht mehr alle Freunde. Entweder hat man Leute, die alles super finden, oder Leute, die was Schlaues sagen wollen. Deshalb verlasse ich mich auf Menschen, die dicht dran sind - wie meinen Produzenten.

Wie wichtig ist es Ihnen, Ihre Songs im Radio zu hören? 

Mutzke: „Welt hinter Glas“ läuft schon gut im Radio, das ist schön, aber nicht alles.

Was denken Sie heute über Ihre älteren Sachen? 

Mutzke: Ich finde die ersten Songs total herzig. Ich bin heute 34, damals war ich 23. Es war schön, jemanden zu haben wie Stefan Raab, der daran glaubte und mich machen ließ, was ich wollte.

Es gab eine Zeit, in der das Interesse für Ihre Person zurückging. Wie fühlte sich das an? 

Mutzke: Das gab es unfreiwillig und freiwillig. Nach dem Grand Prix, der mir mittlerweile zu den Ohren raushängt, musste ich mich als Künstler etablieren. Das war hart. Es gab aber auch einen freiwilligen Rückzug: In den vergangenen zweieinhalb Jahren spielten wir mehr als 200 Konzerte, und zwar nur in Jazzclubs. In der Öffentlichkeit habe ich in dieser Zeit nicht stattgefunden.

Sie sind durch einen Casting-Wettbewerb bekannt geworden. Einige Ihrer Kollegen sind Jurymitglieder in Castingshows. Wäre das ein Job für Sie?

Mutzke: Solche Anfragen habe ich immer abgelehnt. Mittlerweile ist es ein Volkssport wie Fußball. Man muss sich im Klaren darüber sein, was im schlechtesten Fall passiert. Je nach Format ist der schlechteste Fall, man gewinnt das Ding.

Max Mutzke tritt am 12. September beim Soundcheck-Festival von NDR 2 in der Göttinger Lokhalle auf und spielt am 3. Oktober im Göttinger Kulturzentrum Musa, Hagenweg 2a. 

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