Der Kidsclub des Staatstheaters feierte mit seinem Stück „Mutprobe“ eine gelungene Aufführung

Eine Beinahe-Tragödie

Sie wagten die Mutprobe: Luisa Rudisch und Leonie Spitzer (vorn von links), Carlotta Wolkewitz, Leonard Kugel und Jonas Böhme (Mitte, von links) sowie Pauline Carl, Margarete Wolkewitz und Alina Geerdsen (hinten, von links). Foto: Fischer

Kassel. Paula ist neu im Ort. Mit ihrer freundlichen und selbstbewussten Art macht sie sich nicht nur Freunde. Das gilt besonders für Ella, die Anführerin einer eingeschworenen Schülerclique: „Diese blöde Paula versucht sich in meine Gruppe einzuschleichen.“ Ihrem Frust folgt sogleich die zündende Idee: „Die Neue könnte man ja mit einer Mutprobe lächerlich machen.“

Was sich Ella dabei gedacht hat, ist in der Tat eine Mutprobe - und sogar eine lebensgefährliche: „Über Bahngleise laufen.“ Alle Kinder der Clique meistern die Herausforderung. Als Paula an der Reihe ist, bahnt sich eine Tragödie an. Sie bleibt mit einem Schuh in den Schienen hängen.

Voller Spielfreude

Quicklebendig und übersprudelnd vor Spielfreude präsentierten die jungen Darsteller ihr Stück „Mutprobe“ am Montag dem Publikum im voll besetzten tif. Um Freundschaft, Ablehnung und Integration geht es. Die Leitung hatte Lucas Riedle, der ein freiwilliges soziales Jahr im Staatstheater absolviert.

Mit ihrer kessen und schwungvollen Art eroberten die sechs Mädchen und zwei Jungen im Alter zwischen neun und zwölf Jahren die Herzen des Familienpublikums im Sturm. Doch nicht nur mit ihrem originellen Charme punkteten die jungen Darsteller. Bemerkenswert, wie sensibel und diszipliniert sie alle Regieanweisungen umsetzten – zum Beispiel sich auf symmetrisch vorgegebenen Bühnenwegen zu bewegen, im Chor, wie auch bei schnellen, in sich verschachtelten Dialogen deutlich zu sprechen und die Requisiten rechtzeitig in Position zu bringen. All das klappte prima. Ein großes Lob dafür.

Und dass die Geschichte auch noch direkt aus dem Leben kam und das in Zeitlupe gespielte, richtig spannende Finale am Bahndamm mit einer Geste der Versöhnung ausklang – denn ausgerechnet Ella, die alles einfädelte, zieht Paula in letzter Sekunde von den Schienen – dafür gab es vom begeisterten Publikum stürmischen Applaus.

Es spielten: Alina Geerdsen, Leonard Kugel, Margarete und Carlotta Wolkewitz, Pauline Carl, Jonas Böhme, Leonie Spitzer und Luisa Rudisch.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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