Wie eine Bescherung:

Gustav Peter Wöhler beim Sommer im Park

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Er fühlt sich total wohl bei dem, was er tut: Gustav Peter Wöhler wurde in Vellmar gefeiert.

Vellmar. Wer sagt, dass man unbedingt Gold in der Kehle braucht, um ein Publikum zum Jubeln zu bringen? Wo so viel Herzblut und Begeisterung drinsteckt, kommt es einfach an.

Bestes Beispiel ist der bekannte Schauspieler Gustav Peter Wöhler. Mittwochabend gastierte der 57-Jährige mit kleiner Band vor 640 Besuchern in Vellmar.

Obwohl Wöhler für gut die Hälfte der Stücke nicht die passende Stimme hatte, sein Charme, seine Hingabe, mit welcher Bewunderung er die Stücke ansagte und wie sympathisch persönlich er sich gab – das zählte für das Publikum weit mehr. Ein weiterer Pluspunkt: die Auswahl der Stücke.

„Family Affairs“ heißt Wöhlers Programm – „Familienangelegenheiten“. Ein Titel, der passte. Die Ohrwürmer aus den 60er- bis 80er-Jahren hatten für viele hohen Wiedererkennungswert. Oldies but Goldies wie „Mrs. Robinson“ von Simon & Garfunkel, „Your Song“ vom von Wöhler hochverehrten Elton John, „The Man Who Sold The World“ von David Bowie oder „I’m On Fire“ von Bruce Springsteen. Da schwelgte man in Erinnerungen, konnte nicht nur die Refrains mitsingen und wurde von den Ansagen in Vorfreude versetzt wie ein Kind, dem gleich die Tür zum Bescherungszimmer geöffnet wird.

Musikalisch gebührt der Band und den Arrangements Lob. Was nicht bedeuten soll, dass Wöhler kein Lob verdient. Es gab Stücke, die er gut brachte – zum Beispiel, wenn sie aus der Feder von Elton John kamen. Stammten sie von Queen oder Sting, lag die Latte für den Gesang einfach zu hoch. Störte aber niemanden.

Wöhlers Präsenz, seine Unterhaltungsqualitäten als Biene-Maja-Kumpel Willi, den er zum Besten gab, seine Sprüche – „bin vom Zug abgeholt worden wie Fürst Krösus“ - machten ihn zum absoluten Sympathieträger. Würde man ihm eine Sprechblase geben, stünde dort: „Ich bin saumäßig glücklich über das, was ich hier tue.“ Genau das erklärt das Phänomen Wöhler.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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