Sängerin Emily Hurd faszinierte im Theaterstübchen

Eine Entdeckung

Zwei Sängerinnen an einem Abend: Paulina Eisenberg (als Support, links) und Emily Hurd vor ihrem Auftritt im Theaterstübchen. Foto: Malmus

Kassel. Wer hätte das gedacht? Das Theaterstübchen war trotz tropischer Wetterlage bis auf den letzten Platz gefüllt. Und das beim Konzert einer Künstlerin, die sich beim immer schneller drehenden Karriere-Roulette der Musikbranche noch keinen Hauptgewinn hat abholen können. Die Rede ist von der amerikanischen Sängerin und Songwriterin Emily Hurd.

Doch nach ihrem grandiosen Auftritt, der von der Kasseler Sängerin Paulina Eisenberg adäquat mit anspruchsvollem Gitarrenpop eröffnet wurde, waren sich Gäste und Veranstalter einig: Auf Hurd kann man getrost setzen, denn sie hat das Potenzial, um in ihrem Genre weit zu kommen. Mit Bonnie Riatt und Janis Joplin benennt sie zwei ihrer Vorbilder selbst, wobei man diesem Inspirations-Duo unbedingt noch Joni Mitchell beifügen sollte. Denn die Art und Weise, mit der Hurd klar und präzise durch die Oktaven schwebt, erinnert stark an die extravagante Gesangstechnik der legendären Kanadierin. Hurd begleitete sich bei ihren Eigenkompositionen, die sich stilistisch zwischen Jazz-, Pop- und Folkmusik verorten lassen, selbst am Flügel.

Eloquent begeisterte sie mit einem lichtdurchlässigen Englisch, dass selbst Sprachmuffel in die Lage versetzte, ihren unendlich erscheinenden Kosmos an Geschichten zu erfassen. Nach einem Konzert von Hurd hat man das Gefühl, man weiß jetzt alles über sie.

Wie ein Teig im Ofen expandieren Emily Hurds musikalisch verarbeitete Episoden zu einem schmackhaften Kuchen aus intelligenter Moderation, Empathie und Leidenschaft. Dabei blitzen ihre Augen wie die Sterne, die sie in einem Liedtext beschreibt als eine Sehnsucht, die von den Lichtern der Großstädte verschluckt wird.

Ihre Ausstrahlung dehnte sich positiv durch den aufgeheizten Raum aus und das Publikum ließ sich gerne davon tragen. Einen emotionaleren Start in die spannende Theaterstübchen-Saison als mit dem Auftritt von Emily Hurd hätte es kaum geben können.

Von Andreas Köthe

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