Nils Landgren und seine Band Funk Unit im Kulturzelt

Eine Art Familientreffen

Rasende Klangkaskaden: Nils Landgren. Foto:  Fischer

Kassel. „Kann mal jemand dem Bassisten ein Bier bringen?“, bat Star-Trompeter Nils Landgren augenzwinkernd am Donnerstagabend im gut gefüllten Kasseler Kulturzelt. Wenig später hielt Magnum C. Price dankbar eine kalte Flasche in der Hand.

Das zeigte zweierlei: Die Herrschaften auf der Bühne gaben mehr als zwei Stunden in der Hitze wirklich alles. Und, ebenso wichtig: Das umjubelte Konzert wurde eine Art Familientreffen. Als der fröhliche Schwede um Zeichen bat, wer beim letzten Mal auch in seinem Kasseler Konzert war, wogte ein Händemeer im Zelt. Treue Fans, teils mit signiertem Band-Shirt, bejubelten ihre Helden und sangen mit, nach dem Konzert plauderten Musiker und Zuschauer gemeinsam draußen weiter.

Nils Landgren und seine Band Funk Unit feierten das 20-jährige Bestehen und eröffneten das Konzert mit einem Titel vom damaligen Debütalbum: „Red Horn“ – schließlich ist die metallicrote Posaune das Markenzeichen des Schweden. Der Bandklang ist geprägt von großer Leichtigkeit und Transparenz. Man arbeitet chirurgisch genau – allen voran Schlagzeuger Robert Ikiz. Jeder Musiker hatte Gelegenheit, sich mit virtuosen Soli vorzustellen. Landgrens rasende Triolenläufe und tüftelige Klangkapriolen ergänzen weit gespannte Melodiebögen. Auch Gesang kam bei einigen Titeln ins Spiel. Dann wieder knallen Prices zackige Bassriffs auf Petter Berganders Keyboardsound wie Brandungswellen, Jonas Walls Saxofon interveniert elegant, und Andy Pfeiler singt zu seinem entfesselten Gitarrensolo die Melodiestimme einfach selbst mit. Alle halten dabei stets Hochspannung. So entsteht Funkjazz vom Feinsten.

Schließlich gab Nils Landgren nach der Hälfte der Zeit die Devise aus: „It’s Partytime“. Und der perfekt polierte, in höchster Präzision abgezirkelte Klang wurde mehr und mehr mit Lässigkeit, Lockerheit und einer Dosis Witz angereichert.

Von Bettina Fraschke

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