Eine klingende Welt: Gudrun Gehrtz zeigt ihre Werke bei Plansecur

Wie eine ferne Melodie

Schleier von Vergänglichkeit: Malerei von Gudrun Gehrtz. Foto: nh

Kassel. Über allem liegt ein Schleier von Dunst, Sonne und Vergänglichkeit. Wie von weit her scheinen diese Bilder eine ferne Melodie zu spielen: die der Landschaft und Natur, die der Menschen, die sich darin bewegen. Wenn die Kasseler Malerin Gudrun Gehrtz ihre Bilder malt, ist es immer das Unspektakuläre und fast Unscheinbare, was sie festhält.

Schon lange hat Gudrun Gehrtz, die Bildhauerei und Grafik in Kassel studierte, ihre Passion für Ungarn und seine Schönheiten für sich entdeckt. Durch das Übereinanderlegen von verschiedenen Farbschichten in einer leisen Lasurmalerei mit Ei-Tempera in altmeisterlicher Manier geschaffen, gelingen ihr so Werke voll dichter Atmosphäre, irritierenden Lichtspielen und räumlicher Tiefe.

In der Berateretage von Plansecur, wo Gehrtz zurzeit ihre Leinwände und Zeichnungen präsentiert, sind es die Kontraste, die ihre Wirkung zeigen. In Landschaftsbildern in verschiedenen Formaten wie der vierteiligen Quadratura hält sie das Wiegen und Schwingen von Schilfgräsern fest, eine Musik entsteht. Vertrocknete Maisblätter in den Flussauen erzählen von Vergänglichkeit und Tod.

In einem anderen Zyklus setzt sich die Bewegung im volkstümlichen Tanz von Paaren und Bauernburschen fort, es sind unwirkliche Traumbilder von besonderem Reiz. In ihren neueren schmalen, hochformatigen Bildern widmet sich Gehrtz in ihren malerischen Reflexionen den Pflanzen aus ihrem Garten wie Wildgladiole, Rose, Iris und Goldfälberich. Auch hier lässt die Künstlerin Raum für die Fantasie des Betrachters, erlaubt sie eigene Interpretationen. Eine stille Welt ist das, eine klingende Welt.

Ausstellung von Gudrun Gehrtz, Ei-Tempera-Malerei auf Leinwand. Bis 30. Juni. Plansecur-Beratung Kassel-Bad Wilhelmshöhe, Druseltalstraße 150, Mo - Do 9 bis 16 Uhr, Fr 9 - 12 Uhr oder nach Vereinbarung, Tel. 0561/9355192

Von Juliane Sattler

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