Großartige Kammermusik mit Ulf Schneider und Stephan Imorde

Eine Fülle an Gesten

Topmusiker: Stephan Imorde (Klavier) und Ulf Schneider (Violine). Foto: Fischer

Niestetal. Bereits als Student in den späten 80er-Jahren hatte der Pianist Stephan Imorde, der heute als Professor an der Musikhochschule Rostock lehrt, seine ersten Auftritte im evangelischen Gemeindehaus Niestetal-Sandershausen. Beim Gastspiel am Donnerstag erinnerte er an diese Anfänge und hob unter Applaus der vielen Zuhörer das Verdienst des Konzert-Organisators Friedrich Luncke hervor. Das waren herzliche Worte an einem großartigen Abend.

Mit Imorde konzertierte der Geiger Ulf Schneider, der früher ebenfalls an der Kasseler Musikakademie unterrichtet hat und heute Professor in Hannover ist. Im lebendigen Dialog zeigten die Topmusiker, was man unter einer profilierten Mozart-Interpretation jenseits glatter Schönspielerei zu verstehen habe. Eine Fülle an Gesten, Tonfällen und Kontrasten entdeckte das Duo in den Sonaten KV 306 und KV 378.

Einen Kontrast setzte es auch mit den „Tre pezzi“ des Ungarn György Kurtág (Jahrgang 1926), dank seiner komprimierten, tiefen Musik einer der bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten. „Aus der Ferne - Sehr leise, äußerst langsam“ ist das letzte der drei Stücke überschrieben. Ohne Unterbrechung folgte Mozarts B-Dur-Sonate - ein verblüffender Gegensatz der Epochen.

Ein unbequemes ungarisches Meisterwerk beeindruckte im zweiten Teil, und zwar Béla Bartóks 1. Violinsonate aus dem Jahr 1921. Eine wunderbare Vorlage für die schlackenlose Violin-Eloquenz Schneiders und den genauso hundertprozentigen Zugriff Imordes. Nach dem wilden Rondo-Finale gab es Bravos - und das Andante aus Mozarts Sonate KV 376 als Zugabe für die 120 Konzertbesucher.

Von Georg Pepl

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