Julia Neigel präsentierte in Niestetal Streichelballaden und Rockiges

Wie eine gute Freundin

Ging mit dem Publikum auf Schmusekurs: Julia Neigel beim Auftritt in Niestetal. Foto:  Fischer

Niestetal. „Reich mir die Hände, sei mein Freund“, singt Julia Neigel im Stück „Freunde“, das auf ihrer neuen CD „Neigelneu“ zu finden ist. Es könnte auch das Motto ihres Unplugged-Konzertes sein, das sie am Donnerstag vor 200 Besuchern bei den Kulturtagen in Niestetal gab. Die „neue“ Neigel will nicht mehr Jule, sondern wieder Julia sein. Nach einer langen, kreativen Pause und Kämpfen um die Autorenrechte ihrer Songs fährt sie nun im Comeback-Fahrstuhl nach oben. Heute scheint ihr Harmonie wichtiger denn je zu sein.

Ihr Konzert in der Aula der Wilhelm-Leuschner-Schule, in dem die 45-Jährige neben ihren Streichelballaden, auch auf rockige Akzente und sexy Outfits setzte, nährt diese Vermutung. Von Beginn an ging sie mit dem Publikum auf Schmusekurs: „Tut einfach wozu ihr Lust habt, tanzt, singt mit, kommt nach vorn.“ Mit „Froh, dass es dich gibt“ und „Weil ich Dich liebe“, eine der schönsten Neigel-Balladen aus früheren Zeiten, streichelte sie sich sofort in die Herzen.

Der Auftakt zu einem Kuschelkonzert? Nein, denn von der Schmusetheke ging es nahtlos in den Steinbruch des Rock, und die stimmgewaltige Neigel blies zum Orkan. Stücke wie „Dig“ von der Rockband Incubus trennten die Pärchen, die gerade auf Tuchfühlung waren, abrupt. Minuten später aber wieder Kerzenstimmung: „Du bist nicht allein“ und „Ordinary World“ von Duran Duran - die Paare rückten wieder zusammen.

Begleitet wurde die in Sibirien geborene Künstlerin, deren Biografie berichtet, dass sie als junges Mädchen ihre Gesangsausbildung unterbrach, um als Sängerin in eine Punkband zu wechseln, von Simon Nicholls (Keyboard), Jörg Dudys (Gitarre) und Chris Gross (Schlagzeug). Letztgenannter hatte Geburtstag. Es folgten ein Ständchen und ein kurioses Bild: Ein halbes Dutzend Besucherinnen enterte spontan die Bühne, gratulierte und herzte den Schlagzeuger. Die Neigel ließ es sichtlich erheitert geschehen.

Fazit: Ein Konzert zwischen zärtlich und rockig, zwischen eigenem und gecovertem Material - und auf der Bühne eine „Freundin“ mit Namen Julia Neigel. Viel und herzlicher Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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