Eine Halle für alle: Deborah Smith-Wickes neue Profi-Tanzschule

Mutter, professionelle Tanzlehrerin und Geschäftsfrau: Deborah Smith-Wicke mit ihrer Tochter Zoe in der neuen Halle. Foto: Lohr

Kassel. Im Mai vergangenen Jahres hatte Deborah Smith-Wicke den Traumort für ihre Tanzschule gefunden, aber sie dachte nicht, dass daraus Wirklichkeit werden würde.

Seit Jahren suchte die ehemalige Tänzerin des Staatstheaters eine Halle für ihre Ausbildungsstätte „Sozo Visions“, mit der sie sich bislang in Pamela Herings Tanzwerkstatt am Opernplatz eingemietet hatte.

Dann stand die Schottin vergangenen Frühling in einer 900 Quadratmeter großen Lagerhalle im Grünen Weg unterhalb des Kulturbahnhofs und fühlte sich gleich wie zu Hause. „Aber ich dachte nie, dass ich die Räume bekommen könnte“, sagt Smith-Wicke heute. Der Vermieter hat sich dann doch für sie entschieden.

Seit dieser Woche unterrichtet die 41-Jährige ihre sechs Schüler im Grünen Weg. Zur Eröffnung gibt es in der Halle 2, wie der Aufführungsraum heißt, am Freitag und Samstag Aufführungen. Dann können sich Besucher davon überzeugen, dass Kassels einzige Schule für „vollzeitliche, professionelle moderne Tanzausbildung“ auf einem guten Weg ist.

2007 hatte Smith-Wicke mit sechs Studenten angefangen, die 430 Euro im Monat zahlen mussten. Bis auf eine Absolventin, die an die Uni zurückgekehrt ist, verdienen heute alle ihr Geld mit dem Tanzen. Der nächste auf drei Jahre angelegte Ausbildungsjahrgang, zu dem auch eine Finnin und ein Schweizer gehören, hat Ende Juni Zwischenprüfung am Staatstheater.

In der neuen Halle finden die Tänzer ideale Trainingsmöglichkeiten. Mit ihrem Mann Michael Wicke, der als Bühnentechniker am Staatstheater arbeitet, hat Smith-Wicke einen modernen Schwingboden sowie einen Tanzteppich verlegt.

25 000 Euro hat sie sich ihr neues Abenteuer kosten lassen. 40 Prozent davon hat die Stadt durch EU-Mittel beigesteuert. Zudem hat des hessische Wissenschaftsministerium „Sozo Visions“ staatlich anerkannt und so zur Berufsfachschule mit Bafög-Berechtigung gemacht.

Es scheint, als würden sich gerade mehrere Träume von Smith-Wicke erfüllen. Dafür hat sie jedoch zuletzt schwer geschuftet. Von 8.30 Uhr bis 14 Uhr unterrichtete sie, nachmittags war sie in erster Linie Mama für ihre fünf Jahre alte Tochter Zoe, abends erledigte sie die Büroarbeit, und zwischendurch musste sie mit Handwerkern telefonieren.

Von ihrem Fleiß könnte die ganze Kasseler Kulturszene profitieren: Die Halle 2 soll mit Theateraufführungen der freien Szene zu einer Alternative zum oft ausgelasteten Kulturhaus

Dock 4 werden.

Tanz, Installation, Performance: „go all out for“. Freitag und Samstag, 21 Uhr, Halle 2, Grüner Weg 15-17, Eingang im Hof.

 www.visionsinmotion.de

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