Neu im Kino: Emma Thompson verzaubert erneut als „Eine zauberhafte Nanny“

Eine herrliche Ferkelei

Auf sie hört man gern: Das Kindermädchen Nanny McPhee (Emma Thompson). Foto: uip

Eine Augenweide ist Nanny McPhee (Emma Thompson) nun wirklich nicht. Die Augenbrauen wachsen sich zu einem stattlichen Wutz aus, der selbst Frida Kahlo vor Neid erblassen ließe. Warzen, von denen man nie so genau weiß, ob sie nicht ein Eigenleben führen, bedecken das Gesicht. Und auf eine schadensbegrenzende Zahnspange haben McPhees Eltern seinerzeit offensichtlich auch verzichtet.

Aber das unansehnliche Kindermädchen ist auch in „Eine zauberhafte Nanny - Knall auf Fall in ein neues Abenteuer“ immer zur Stelle, wenn es gebraucht wird. Im aktuellen Fall besteht auf dem Bauernhof der Familie Green akuter Handlungsbedarf. Papa musste in den Krieg ziehen, und Mama (Maggie Gyllenhaal) kann nicht mehr, weil sich zu ihren drei aufgeweckten Kindern auch noch jugendlicher Besuch aus der Stadt gesellt. Als die Landeier und die Stadtschnösel aufeinandertreffen, herrscht bald Ausnahmezustand. Zu allem Überfluss droht die Familie auch noch den überschuldeten Hof zu verlieren.

Auftritt Nanny McPhee. In bekannt resoluter Manier gelingt es dem magischen Kindermädchen, die Rasselbande zu bändigen. Und auch für die anderen Probleme wird sich eine Lösung finden, wenn die Familie erst einmal zusammenhält. Schade nur, dass McPhee immer dann gehen muss, wenn man sie so richtig liebgewonnen hat.

Die zauberhafte Emma Thompson hat das Drehbuch zur Fortsetzung der Nanny-McPhee-Geschichte ersonnen und dabei ungewöhnliche Wege beschritten. Der völlig überdrehte, klamaukige Anfang gefällt wahrscheinlich nur dem Kinderpublikum. Doch wenn man als Erwachsener gerade zu überlegen beginnt, wie man nur die nächsten anderthalb Stunden totschlagen soll, vollführt der Humor eine 180-Grad-Wende und begeistert mittels typisch britischer Absurdität Jung und Alt.

Dass die herrliche Ferkelei auch das Thema Krieg aufgreift, ist nur eine von vielen Überraschungen, die Schauspielgrößen wie Dame Maggie Smith, Ralph Fiennes oder Ewan McGregor mit Freude servieren. Die begabten und exzellent gecasteten Kinder toben sich auf ihrer Spielwiese richtig aus. Über den pädagogischen Nutzen der Geschichte kann man natürlich streiten. Das schräge Stück Familienkino gibt gar nicht erst vor, einen Beitrag zur guten Erziehung leisten zu wollen. Die Durchschnittsfamilie wird sich in dieser Rasselbande aus der Zeit der Weltkriege trotzdem eher wiedererkennen als in manchem zuckersüßen Familienfilm aus Hollywood.

Genre: Kinderfilm

Ohne Altersbeschränkung

Wertung: !!!!:

www.hna.de/kino

Von André Wesche

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