Komödie „Der Mustergatte“ als Gastspiel in der Stadthalle Baunatal

Eine herzensgute Memme

Baunatal. Bei Martina Bartels kribbelt es nicht, wenn sie ihren Ehemann Manni erblickt. Er wirkt auf sie „so anziehend wie Mottenkugeln auf Motten“.

Am Donnerstagabend waren die Schauspieler der Berliner Komödie am Kurfürstendamm zu Gast in der Stadthalle Baunatal. Mit der turbulenten Inszenierung von Avery Hopwoods Lustspiel „Der Mustergatte“ (Regie: Jürgen Wölffer) lösten sie große Erheiterung bei den 470 Zuschauern aus.

Das Ensemble stellt die Missverständnisse und Kommunikationsprobleme zwischen den Geschlechtern, die jeder kennt oder bereits erlebt hat, gekonnt ironisch-witzig dar. Der total ecken- und kantenlose Manni (Marcus Ganser) ist eine herzensgute Memme, und das sieht man ihm auch an. Trotzdem ist er in aller Augen ein Mustergatte, weil er sich aus naiver Nettigkeit immer korrekt verhält.

Seine Frau Martina (Adisat Semenitsch) sieht das ganz anders und sehnt sich nach einem „richtigen“ Mann. Das wiederum versteht Manni überhaupt nicht, denn er liest ihr doch alle Wünsche von den Augen ab - auch die, die sie gar nicht hat. Aus der Ehekrise der Bartels’ gehen eine Menge irrwitzige, peinliche, höchst komische, aber auch bedauernswerte Situationen hervor. Zum Beispiel merkt Manni überhaupt nicht, wie offensichtlich seine Frau ihn mit Macho Freddy (Gerd Lukas Storzer) hintergeht.

Gespickt mit einer riesigen Portion Schlagfertigkeit und Wortwitz, trifft das von Regisseur Wölffer bearbeitete Stück bei den Zuschauern ins Schwarze. Unter großem Gelächter folgt Manni dem Rat seines Freundes Jochen (Peter Fricke) und betrinkt sich mal so richtig wie ein echter Mann. Allerdings feiert der neue Schmalspurcasanova seine „Orgie“ ausgerechnet mit Jochens vernachlässigter Ehefrau Karin (Christine Schild). Manni und Karin leiden beide unter der Lieblosigkeit ihrer Ehe. Aber durch die gemeinsame furiose Nacht wecken sie endlich wieder Gefühle bei ihren Partnern.

Von Nora Saric

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