Eine Konzert, vier Dirigenten: Orchester „in progress“ und Unichor „Cantiamo“ in der Martinskirche

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Große Ausdruckspalette: Der Chor „Cantiamo“ und das studentische Orchester „in progress“ in der Martinskirche.

Kassel.  Der „Campus Chor Cantiamo“ und das studentische Orchester „in progress“ führten am Freitag das „Stabat Mater“ des walisischen Komponisten Karl Jenkins (73) auf.

Am Institut für Musik der Uni Kassel geht es kreativ und innovativ zu. Das wird in der Kasseler Kulturlandschaft geschätzt, und deshalb war das Mittelschiff der Martinskirche am Freitag beim ersten der zwei Abschlusskonzerte des Wintersemesters komplett gefüllt.

Die Innovation dieser Aufführung bestand darin, dass die Leitung des Konzertes nicht wie gewohnt bei den verantwortlichen Lehrenden Andreas Cessak und Andreas Klippert, sondern in den Händen von vier studentischen Dirigenten lag. Und das ist Konzept: „in progress“ soll den Studierenden die Möglichkeit eröffnen, in großen Konzerten Dirigiererfahrungen zu sammeln.

Das funktionierte an diesem Abend ganz prima. Karl Jenkins’ Musik bot mit ihrer strukturellen Klarheit den vier Leitern Robert Puzik, Lukas Dietrich, Jonas Imhof und Marvin Köhler die Möglichkeit, die Ausdruckspalette von Chor und Orchester voll auszuloten. Lukas Dietrich animierte Chor und Orchester mit Ausstrahlung und weit ausholender Geste zu kontrastreichem Musizieren, während die Kollegen sich ganz auf den baladenhaften Charakter der Musik einließen.

Das Orchester bot ein rhythmisch stabiles Fundament, über das der Chor elegisch ausgesungene Melodielinien breiten konnte, wie im Satz „And the mother did weep“ zu hören war. Die Blechbläsergruppe, ohnehin schon sehr gefordert, hatte im Finale „Paradisi gloria“ ihren großen Auftritt. Als Idealbesetzung erwies sich die Altsolistin Tina Zahn: Bis in die tiefste Lage wohlklingend brachte sie den Schmerz der Maria überaus anrührend zum Ausdruck. Sekundiert wurde sie in den ethnischen Gesängen von Rahaf Alrasis. Am Ende gab es Beifall in Sturmstärke.

Von Susanna Weber

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