Eineinhalb Jahre nach seinem Tod: Das Album „Michael“ basiert auf Jacksons Ideen und Entwürfen

Eine neue Krone für den König

Die Gesichter des Michael Jackson: Das Plattencover zum neuen Album. Foto: sony/nh

Die Vermarktungsmaschine rattert: Erst tanzte Michael Jackson posthum im dokumentarischen Musikfilm „This Is It“ über die Bühne. Jetzt erscheint, eineinhalb Jahre nach seinem Tod, auch ein neues Album. Die mit „Michael“ betitelte CD soll mit zehn bisher unveröffentlichten Stücken den Hype weiter anheizen.

Doch sind die Aufnahmen echt? Die Plattenfirma Sony bringt ein Dutzend ehemalige Toningenieure, Stimmtrainer, Bandkollegen sowie zwei Musikwissenschaftler ins Feld, um die Authentizität zu beweisen. Michaels Schwester La Toya und sein Bruder Tito hatten jedoch öffentlich bezweifelt, dass Michael auf dem bereits Anfang November im Internet veröffentlichten Song „Breaking News“ zu hören ist. „Die Stimme ist nicht echt“, sagte Tito Jackson.

Dass der „King of Pop“ kein fertiges Album in der Schublade hatte, das nur noch veröffentlicht werden musste, gibt auch Sony zu. Vielmehr basieren die Lieder auf Entwürfen, von denen einige ausgearbeitet, andere in der Entwicklungsphase waren. Mehrere Produzenten, darunter Theron Feemster und Teddy Riley, brachten sie in Form.

Zurückgreifen mussten sie auf Demo-Aufnahmen, die Michael Jackson zwar eingesungen haben soll, die aber nie für eine Veröffentlichung vorgesehen waren. Warum sie jetzt trotzdem auf Platte gepresst sind? Wegen der Verpflichtung gegenüber den Fans, beteuert Sony. Die Ideen hätten nicht in den Archiven versauern sollen.

Ob Michael Jackson sie jedoch gerade dort am besten aufgehoben sah, bleibt ungeklärt. „Much Too Soon“ etwa ist bereits vor knapp 30 Jahren entstanden. Ursprünglich vorgesehen für das Meisterwerk „Thriller“, schaffte es der Song nicht mehr auf das Album, mit dem Michael Jackson 1982 weltweit seinen Durchbruch feierte.

An einem Großteil der Lieder arbeitete der Ausnahmekünstler aber erst in den letzten Jahren vor seinem Tod. „Hold My Hand“, vorab als Single veröffentlicht, hatte er 2008 mit dem Produzenten Akon aufgenommen. Vor Jahren kursierte „Hold My Hand“ bereits als halbgare Version illegal im Internet. Ebenso wie „Another Day“, an dem Jackson zusammen mit Lenny Kravitz gearbeitet hatte.

Von Stefan Morisse

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