Eine reife Leistung: Cantiamo Piccolo in der Johanniskirche

Kassel. Drei Chorwerke hatte Dirigent Andreas Cessak für das Konzert von Cantiamo Piccolo am Freitagabend in der Johanniskirche Wolfsanger ausgesucht:

die Liedmotette über „Ein feste Burg ist unser Gott“ von Georg Philipp Telemann, die dem Konzert ihren Namen gebende Motette „Jesu, meine Freude“ von Johann Sebastian Bach und die „Missa Rigensis“, eine Vertonung des lateinischen Messetextes für den Rigaer Dom von dem lettischen Zeitgenossen Ugis Praulins.

Die Telemann-Motette interpretierte Cessak fast durchweg in einer Lautstärke, hob aber dabei die durch die Stimmen wandernde Melodie besonders hervor. Der als Choral geschriebene Schlussvers wirkte wie eine Glaubenshymne.

Auch „Jesu, meine Freude“ ist eine Liedmotette, allerdings mit kommentierenden Zwischentexten. Sie erfordert vom Chor die ganze Bandbreite gestalterischen Singens, von lyrischen Stellen bis zu dem dramatischen „Trotz dem alten Drachen“. Trotz der studienbedingten Fluktuation der Sänger präsentierte sich der Kammerchor der Universität in sehr guter Form und erntete für die reife Leistung langen Applaus.

Alte Formen

Ugis Praulins fordert in seiner Messetext-Vertonung nicht die rhythmischen und sprachlichen Schwierigkeiten der Avantgarde. Er greift teilweise auf alte Formen zurück (Gregorianik, Fugen) und verwendet darüber hinaus singbare Techniken in Rhythmus und Sprache. So entstand vor den zahlreichen Zuhörern ein abwechslungsreiches Bild vom „Kyrie“ bis zum „Dona nobis pacem“, unterstützt von der guten Akustik der Kirche.

Mit zwei Zugaben (Rheinbergers „Bleib bei uns“ und Wiederholung des „Kyrie“) endete ein Konzert, das Mitwirkenden und Hörern sicher noch nachklingen wird.

Wiederholung des Konzerts am Dienstag, 20. August, 19.30 Uhr, in der Kirche St. Maria (Rosenkranzkirche) am Bebelplatz. Eintritt frei, Spende erbeten.

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