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Abschlusskonzert der Musiktage an Heinrich Schütz’ 350. Todestag

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Von: Werner Fritsch

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Herrlich intensiv und klangschön: Instrumentalsolisten und Mitglieder des Heinrich-Schütz-Ensembles beim letzten Konzert der Kasseler Musiktage in der Martinskirche.
Herrlich intensiv und klangschön: Instrumentalsolisten und Mitglieder des Heinrich-Schütz-Ensembles beim letzten Konzert der Kasseler Musiktage in der Martinskirche. © Andreas Fischer

Es war der 350. Todestag von Heinrich Schütz (1585-1672), und ob es irgendwo in Deutschland ein Konzert gegeben hat, das diesem Anlass angemessener war, darf man bezweifeln.

Kassel – Schütz‘ „Musikalische Exequien“, eine der eindrucksvollsten Trauermusiken überhaupt, erklangen am Sonntagabend im Abschlusskonzert der Kasseler Musiktage in der Martinskirche zusammen mit Olivier Messiaens (1908-1992) „Quartett für das Ende der Zeit“, jenem Ausnahmewerk, das Messiaen während des Zweiten Weltkriegs in einem deutschen Kriegsgefangenenlager komponiert und aufgeführt hat.

Aus den acht Quartett-Sätzen sowie Schütz‘ chorischen und solistischen Vokalsätzen ergab sich im Wechsel ein tief berührendes neues Musikwerk. Ein Werk, das insbesondere auch von seinen hervorragenden Interpreten lebte.

Das Kasseler Heinrich-Schütz-Ensemble unter der Leitung von Eckhard Manz brachte die einmalige Fähigkeit des Komponisten, Musik als vertiefenden Ausdruck der (Bibel-)Worte zu gestalten und gleichzeitig den Wortsinn durch Musik quasi zu erweitern, in ergreifender Weise zur Geltung – und dies gleichermaßen in den chorischen wie in den solistischen Partien, unterstützt von einer feinen Basso-continuo-Gruppe.

Herrlich intensiv und klangschön wurde da etwa das Mittelstück, die doppelchörige Motette „Herr, wenn ich nur dich habe“, dargeboten.

Dazu ließ ein Ausnahmequartett mit Tianwa Yang (Violine), Kilian Herold (Klarinette), Mischa Meyer (Violoncello) und Markus Bellheim (Klavier) die spirituelle und gleichzeitig sehr irdische Kraft von Messiaens Musik auf höchst subtile wie auch temperamentvolle Weise aufscheinen.

Nach dem leisen Verklingen des tief verinnerlichten Quartett-Schlusssatzes „Lobpreis der Unsterblichkeit Jesu“ für Violine und Klavier herrschte für eine Weile Stille in der voll besetzten Kirche, ehe sich das spürbar bewegte Publikum mit Standing Ovations bedankte – für ein sehr besonderes Konzert als Würdigung des Komponisten Heinrich Schütz an dessen erster Wirkungsstätte.

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