Götz Widmann im ausverkauften Schlachthof - und die eingeschworenen Fans singen mit

Eine Sprache, die jeder versteht

Bringt sein Publikum auch zum Lachen: Götz Widmann. Foto: Malmus

Kassel. Menschentrauben vor dem Kulturzentrum Schlachthof. Es wird geraucht, Bier getrunken und gelacht, trotz des viel zu kalten Maitages. Es gibt aber auch lange Gesichter, denn das Konzert am Mittwochabend ist im Handumdrehen ausverkauft. Verfilzte Haare, bunte Haare, silberbestickte Westen, junge Leute, ältere Leute  - das Publikum von Götz Widmann ist bunt gemischt. Eine Gemeinsamkeit gibt es trotzdem: eine gesellschaftskritische Haltung.

Widmann, ein Endvierziger mit grauen Schläfen und mit seiner Gitarre, macht sich am Anfang darüber Sorgen, dass auch alle wirklich reinpassen und es schön haben. Dann spielt er die ersten Akkorde und singt die ersten Zeilen, und das Publikum ist selig.

Die großen Themen der Menschheit bestimmen Widmanns Programm. Liebe, Geld und Politik. Warum ein Mann nicht schwanger werden kann, oder dass durch die Legalisierung des Kiffens sämtliche Steuerschulden bezahlt werden könnten. Aktuelle Bezüge zu Themen wie Griechenland oder dem isländischen Vulkanausbruch stellt er her. Das alles aber immer mit dem zwinkernden Auge.

Satirisch, könnte man sagen, aber das trifft den Nagel nicht auf den Kopf, denn Satire ist häufig ernst und zu elitär. Widmann aber findet eine Sprache, die nicht platt, aber für jeden nachvollziehbar ist. Es wird viel gelacht, eingeschworene Fans können die älteren Stücke mitsingen. Am Ende dauert der Konzertabend fast drei Stunden, inklusive Vorprogramm, das Chris Cologne gestaltet, der erstaunlicherweise aus Köln kommt und „Hiphopmaching“ präsentiert: Ein Versuch, Hip-Hop auf der Akustikgitarre umzusetzen - ein guter Einstieg in das, was später kommen sollte. Ein schöner Abend, ein erfolgreicher Abend.

Es wird nicht verwundern, wenn Götz Widmann nicht im nächsten Jahr wieder zu Gast im Schlachthof ist.

Von Henning Beste

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