Eine Sternstunde: Konzert mit dem Kasseler Cello-Dozenten Emanuel Wehse

Das Morgenstern Trio: (von links) Stefan Hempel (Violine), Catherine Klipfel (Klavier, verdeckt) und Emanuel Wehse (Violoncello). Foto: Malmus

Kassel. Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Saal beim Antrittskonzert von Emanuel Wehse. Der gebürtige Mainzer ist seit April Dozent für Violoncello an der Kasseler Musikakademie und stellte sich nun dem Publikum mit fulminanter Kammermusik vor.

Musikalische Gäste waren die Pianistin Catherine Klipfel und der Geiger Stefan Hempel, die mit Wehse das Morgenstern Trio bilden. 2005 an der Folkwang Hochschule in Essen gegründet, gastiert das Trio mittlerweile in der Carnegie Hall in New York, dem Concertgebouw Amsterdam und dem Musikverein Wien.

Das Morgenstern Trio hat zudem bedeutende Preise gewonnen, etwa beim ARD-Wettbewerb. Ein weiterer Erfolg: Am 16. November wird dem Ensemble in Düsseldorf der Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für junge Künstlerinnen und Künstler verliehen.

Bereits diese Fakten lassen auf Hochkaräter schließen, und dies wurde eindrucksvoll bestätigt. Das Trio spielte ebenso emotional wie klar, aufwühlend wie differenziert. Eine zeitgemäße Form kammermusikalischer Leidenschaft.

Zum Thriller wurde Robert Schumanns d-Moll-Trio als brodelnde Seelen- und Nervenmusik, schwungvoll, zerrissen, wild und zart. Auf die unheimliche deutsche Romantik folgte die schwelgerische französische Variante: das Trio g-Moll op. 3 von Ernest Chausson. Auch hier gab es heftige Ausschläge auf der Intensitätsskala.

Wie sein Lehrer César Franck arbeitet Chausson mit zyklischen Bezügen zwischen den einzelnen Sätzen, aufregend ist der Stimmungswechsel im Finale, das heiter beginnt, um dann in Düsternis umzukippen. Das Morgenstern Trio lotete all dies wunderbar aus. Expressiv, klar und rein war Emanuel Wehses dunkle Cellomelodie im langsamen Satz. Starker Beifall und eine im Tempo angezogene Ravel-Zugabe beschlossen die Morgensternstunde in der Musikakademie.

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