Die irische Folk-Musikerin Susan McKeown und Klezmer-Interpret Lorin Sklamberg im Schlachthof

Eine stille Liebe zwischen den Kulturen

Harmonierten prächtig miteinander: Lorin Sklamberg (links) und Susan McKeown im Schlachthof. Montage: Koch

Kassel. „Wir wollten, dass diese Sprachen und Kulturen nicht in Vergessenheit geraten“, sagt Susan McKeown, eine der herausragenden Interpretinnen irischer Folk-Musik, über das Album, dass mit Lorin Sklamberg, einen der international bedeutendsten Klezmer-Interpreten, aufgenommen hat. Auf „Saints & Tzadiks“ lässt das Duo jüdische und irische Musik Hand in Hand gehen.

Historische Kostbarkeiten aus dem berühmten New Yorker Archiv der US-Folk-Musikerin Ruth Rubin haben die beiden dafür neu arrangiert. Am Dienstagabend stellten die in New York City lebenden Künstler, begleitet vom keltischen Gitarristen Donogh Henessy, ihr Album im voll besetzten Kulturzentrum Schlachthof vor. Es ist ein außergewöhnliches Album zweier außergewöhnlicher Künstler. Jüdische und irische Musik harmonieren dabei, als verbinde sie eine stille Liebe. Auch die Stimmen der beiden, Sklambergs hohe, klagend-zerbrechliche Tenorstimme und McKeowns emotional wärmende Altstimme, harmonieren ganz prächtig miteinander.

In Gälisch, Jiddisch und Englisch erzählen die Lieder sowohl von den großen wie auch den ganz alltäglichen Themen des Lebens der Einwanderer beider Kulturen nach Amerika. Mal geht es um Kriegsleid, wie in dem Lied „Prayer For The Dead“, mal um die Geschichte einer heiligen Christin in „Bridget“ oder um die fröhlichen Stimmungsbilder einer Hochzeit, wie in „Yula“.

Sklamberg begleitet die Lieder auf dem Akkordeon, der keltische Gitarrist Donogh Hennessy sorgte für die rhythmische Grundierung. Eine wärmende, verträumte Melancholie durchzieht die meisten Stücke.

Auf der Tournee immer dabei ist McKeons kleine Tochter Roistn. „Ich mag die langsamen Stücke nicht so, weil die so traurig klingen“, erzählt die Siebenjährige. Für das Publikum aber war diese Art von Traurigkeit ein Hörgenuss. Viel Applaus und zwei Zugaben.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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