Die Musikerin Katie Melua kann schmeicheln und Seelen zerfetzen - auf der neuen CD auch mit Orchester

Wie eine warme Sonnendusche

Macht immer eine gute Figur: Die britisch-georgische Sängerin Katie Melua. Foto: Dramatico

Alles geht raketenschnell, nachdem Katie Meluas Debütalbum „Call Off The Search“ im Herbst 2003 in Großbritannien erscheint: hohe Platzierung in den Hitparaden, Millionverkäufe, Auszeichnungen und ausverkaufte Tourneen. Auch international spielt sich die britisch-georgische Künstlerin in die oberste Liga. Genremäßig lässt sich die Musik von Katie Melua nur schwer fassen. Verwebt sie doch leichtfüßig Popnoten mit Rock-, Folk- und Jazzfäden zu einem ureigenen warmen Klangteppich.

Auch bei den drei folgenden Alben reitet Katie Melua auf der Erfolgswelle. Da kann die Gesundheit schon mal leiden. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum sich die 27-Jährige auf ihrer neuen CD „Secret Symphony“ ihrer Wurzeln besinnt. „Ich wollte wieder schlichte Lieder singen“, beschreibt sie ihre Entscheidung, die der Platte zugrunde liegt. „Stücke, die ihre immense Kraft aus der Reduktion schöpfen. Dann erst haben wir diesen ausgewählten Kompositionen den warmen Klangmantel eines Orchesters maßgeschneidert.“

Die meisten Stücke sind diesmal Fremdkompositionen, etwa vom kanadischen Liedermacher Ron Sexsmith, von Travis-Frontmann Fran Healey und Francoise Hardy. Romantisch-melancholische Balladen in fast kammermusikalischer Atmosphäre kennzeichnen die neue Platte. Besonders die Streicher entlocken ihren Instrumenten sanfte Klangwellen, auf denen Katie Meluas klare, aber immer ergreifende Stimme durch die Lieder surft.

Die Gesamtarrangements sind deshalb so satt, weil sich die natürliche Kraft der einfach gehaltenen Stücke mit der Opulenz des Orchesters paart. „Die Seelenstärke der Lieder und die Wärme und Romantik, die ein Orchester zu kreieren vermag, das wollte ich zusammenführen“, erklärt Katie Melua die emotionale Dramatik der Stücke.

Heirat mit Rennfahrer

Gern wiederholt ihr Entdecker und Manager Mike Batt in diesem Zusammenhang seine Einordnung der Künstlerin. „Ihre Stimme changiert zwischen dem seelenzerfetzenden Gesang einer Edith Piaf und dem katzenhaft schmeichelnden Vortrag einer Eartha Kitt.“ Mike Batt ist es auch, der die Lieder für die neue Melua-Platte in Orchesterform gebracht hat und der Formation auch als Dirigent vorsteht. Sicherlich ist es seiner kreativen Nähe zu Katie Melua zu danken, dass die Stücke den Hörer wie eine warme Sonnendusche nahtlos umhüllen.

Mit der Gastspielreise durch Deutschland lässt sich Katie Melua Zeit bis zum Sommer und zum Herbst. In der Pause zwischendrin, da wird sie heiraten, den ehemaligen Motorradrennfahrer James Toseland. (dpa)

Katie Melua: Secret Symphony (Dramatico/Rough Trade). Wertung: !!!::

Von Franz X. A. Zipperer

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