Galerie art-privat zeigt Gruppenausstellung mit 20 Künstlern

Im Hausflur: Arbeiten von Ute Mescher und Jan M. Petersen. Foto: Fröhlich

Kassel. Der erste Eindruck, wenn man den Ausstellungsraum betritt: Hier wird auch gelebt. Man muss ein wenig aufpassen, nicht aus Versehen auf Kinderspielzeug zu treten, und ein eben noch skeptisch beäugtes Objekt entpuppt sich schlicht als übrig gebliebene Weihnachtsdekoration.

Die ungezwungene Wohnzimmer-Atmosphäre ist Teil des Konzepts der seit 2008 von Nora von der Decken und Till Mertens betriebenen Galerie art-privat - der Galerieraum ist ihr Wohnungsflur, Kunst und Privatleben gehen fließend und auf höchst charmante Weise ineinander über.

Das Zweite, was auffällt, ist die Fülle: Die zurzeit laufende Gruppenausstellung versammelt über 100 Arbeiten von rund 20 Künstlern in unterschiedlichen Medien. Man braucht eine Weile, um diese Vielfalt im Kopf zu ordnen, Schwerpunkte zu erkennen, bekannte Namen zu identifizieren und neue Entdeckungen zu machen. documenta-Fotos von Klaus Baum und Dieter Schwerdtle; von persischer Mystik inspirierte Bilder des auch als Typografen bekannten Rahim Bader-Niha; eine Arbeit der documenta-12-Teilnehmerin Sheela Gowda; größere Werkgruppen der in New York lebenden Lia Zuvilivia oder des auch unter „Kunstkaufhaus Ost“ firmierenden Wahlberliners Jan M. Petersen: Es ist erstaunlich, was diese 50 Quadratmeter große Wunderkammer alles birgt.

Im zweiten Stock eines Wohnhauses liegt die Galerie ein wenig versteckt, das Schild außen übersieht man leicht. Aber nicht nur dem gezielt suchenden Besucher, sondern auch jedem, der während der Öffnungszeiten zufällig am Bebelplatz ist und gerade Zeit übrig hat, sei empfohlen: Einfach klingeln. Es lohnt sich.

Galerie art-privat, Friedrich-Ebert-Straße 149, bis 29. Februar, Fr/Sa, 15-18 Uhr u. n. V., Tel. 0561/771844, www.art-privat.net

Von Fabian Fröhlich

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