Bach-Tage: Kiewer Knabenchor und Virtuosi Brunensis

Aus einem Guss: Bach-Abend in der Kirche St. Familia 

Musikalisches Erlebnis: Die jungen Sänger des Kiewer Knabenchors begeisterten beim Auftritt in St. Familia. Foto:  Malmus

KASSEL. Wieder hat Siegfried Heinrich ein anregendes Bach-Programm für sein Konzert am Mittwochabend in St. Familia zusammengestellt.

Im Rahmen der Bach-Tage in Hessen und Thüringen führte der unermüdliche 77-jährige Dirigent und Kirchenmusiker mit zwei Ensembles zwei Kantaten, eine Motette und eins der Brandenburgischen Konzerte von Johann Sebastian Bach auf.

Das Orchester stellten die Virtuosi Brunensis, ein exquisites kleines Ensemble mit historischen Instrumenten. Ergänzt wurden die Musiker aus Brünn durch die beiden Hornisten Stephan Katte und Christian Dallmann, die Nachbauten von Instrumenten der Bach-Zeit spielten. Katte gab eine kurze, aber lehrreiche Einführung in Risiken und Nebenwirkungen des ventillosen Naturhorns. Der Geiger Karel Mita brillierte bei heiklen Soli auf der normalen Violine und dem Violino piccolo, einer kleineren und höher gestimmten Geige, und spielte am Ende sogar noch die Pauken.

Auf hohem Niveau

Die beiden Kantaten „Erfreute Zeit im neuen Bunde“ BWV 83 und „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ BWV 100, bei denen ein ausgezeichnetes Solistenquartett (Amrei Rebekka Beuerle, Inga Jäger, Stephan Scherpe, Sebastian Wartig) sang, umrahmten das bei großer Präzision durchaus musikantisch angegangene 1. Brandenburgische Konzert in F-Dur und die Motette „Singet dem Herrn ein neues Lied“. Dieses Spitzenwerk geistlicher Vokalmusik sang der Kiewer Knabenchor „Dzvinochok“ (Glöckchen), und der Vortrag der Jungen und jungen Männer aus der ukrainischen Hauptstadt wurde zu einem musikalischen Erlebnis.

Bis auf ganz geringe Nachlässigkeiten sangen die 44 Stimmen den ihnen fremden Text wie aus einem Guss. Ihr LeiterRuben Tolmachov hatte zudem das Werk ganz erfasst: Ihm war es gelungen, die Kinder und Jugendlichen zu großen Linien anzuleiten, die einen herrlich homogenen Chorklang ergaben.

Knabenchöre auf hohem Niveau gibt es also auch jenseits von Leipzig, Dresden oder Regensburg.

Von Johannes Mundry

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.