Der lustige Zauberer: Ken Bardowicks im Theaterstübchen

Einen Kaktus pinkeln

Dieser Mann hat Eier: Comedian Ken Bardowicks. Foto: Schachtschneider

Kassel. Wenn alle Menschen das Programm von Ken Bardowicks am Donnerstag im Kasseler Theaterstübchen gesehen hätten, müsste sich der zaubernde Comedian keine blöden Fragen mehr anhören. Ständig bekommt der 34-Jährige zu hören: „Können Sie denn davon leben?“ Bardowicks antwortet dann meist: „Nee, ich bin schon tot.“

Seine Mischung aus Magie und Komik ist nicht neu, fast jeder Zauberer erzählt zwischen den Tricks mehr oder weniger lustige Geschichten. Und trotzdem ist sein Programm „Mann mit Eiern“, bei dem sich 100 Zuschauer im vollen Theaterstübchen vergnügten, wohltuend anders. Der Kölner kann wohl gut davon leben.

Bardowicks erzählt von seiner Freundin, einer Hebamme, die ihm die Strapazen des Gebärens verdeutlicht. Sie sagt: „Als Mann musst du dir vorstellen, eine Kokosnuss zu pinkeln. Und das ist nur die leichte Geburt. Die schwere wäre ein Kaktus.“

Das ist alles sehr lustig – auch weil Bardowicks ein Gespür für Timing und die angemessene Mimik hat. Vor allem aber bricht er selbstironisch mit den Klischees der Magie, wenn er Tücher verschwinden lässt und dabei alberne Bewegungen macht.

Am besten ist er, wenn er sinnlich Illusionen schafft – etwa als er ein Rednerpult schweben lässt und dabei einen Vortrag hält. Den Ehering einer Besucherin lässt er verschwinden und holt ihn dann aus einem Ei, das in einer Zitrone steckt, die wiederum erst aus einer Pampelmuse geschält werden musste. Am Ende lässt er einen Stoffhasen, den er aus dem Hut zauberte, das Handy eines Besuchers gebären. Toll.

„Wenn man den Anfang des Lebens nicht mitbekommen hat, versteht man den Rest auch nicht“, philosophiert Bardowicks einmal über die Geburt. Beim nächsten Mal sollte man ihn nicht verpassen.

Von Matthias Lohr

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