Heute lebt sie in Zürich

Einfach die Beste: Rock-Röhre Tina Turner wird 75

Tina Turner

Sie hat eine der markantesten Stimmen der Rockgeschichte: Heute wird Tina Turner 75. Ihren Geburtstag feiern auch die Eidgenossen - die Sängerin ist jetzt Schweizerin.

Wie sehr Tina Turner die Schweiz liebt, sah man gerade in einem Werbespot der Telekommunikationsfirma Swisscom. Darin schoss ein schwarzes Mädchen auf einer Farm in den Südstaaten der USA mit einer Armbrust wie einst Wilhelm Tell einen Apfel vom Kopf ihrer Lieblingspuppe. Und eine Doppelgängerin Turners jodelte deren großen Hit „The Best“. Der Rockröhre gefiel das so gut, dass sie die Version als Klingelton auf ihrem Handy einstellte.

Das Telefon wird heute oft klingeln: Turner, die mit ihrem Mann, dem deutschen Musikproduzenten Erwin Bach in Küsnacht bei Zürich lebt, wird 75. Am Zürichsee lässt die „Queen of Rock’n’Roll“ es ruhiger angehen. Die Musikerin, die fast 200 Millionen Platten verkauft hat, ist nun sogar Schweizerin. Ihren US-Pass gab sie 2013 zurück - damit sie in Amerika nicht auch noch Steuern zahlen muss.

Trotzdem verehrt man sie in ihrem Geburtsland weiterhin. Zuletzt wurde in ihrer Heimatstadt Brownsville (Tennessee) ein Tina-Turner-Museum eröffnet. Dort wird die Geschichte von Anna Mae Bullock erzählt, die am 26. November 1939 als Tochter eines schwarzen Plantagen-Vorarbeiters und einer Mutter mit indianischen Vorfahren geboren wird.

Nach der Trennung ihrer Eltern wächst sie unter anderem bei der Oma auf. Sie singt im Chor und lernt mit 16 Jahren Ike Turner kennen. Der Musiker macht aus dem Mädchen die Künstlerin Tina Turner. Dank ihrer röhrigen Soulstimme werden Songs wie „River Deep, Mountain High“ (1966) und „Nutbush City Limits“ (1974) zu Welthits.

Auf der Bühne sind Tina und Ike, die einen Sohn bekommen, das Traumpaar. Doch hinter der Fassade ist es die Hölle. In Ihrer Autobiografie „I, Tina“ wirft die Sängerin ihrem Ex-Gatten später vor, sie vergewaltigt, geprügelt und finanziell betrogen zu haben. Bereits 1968 versucht Tina, sich das Leben zu nehmen. 1976 trennt sie sich von Ike und beginnt von vorn.

Bei der Trennung verzichtet sie auf sämtliche Musikrechte und hat bald eine halbe Million Dollar Schulden. Erst durch die Entdeckung des Buddhismus gewinnt sie wieder Selbstvertrauen und schafft 1984 mit dem Album „Private Dancer“ ein unglaubliches Comeback.

Mit ihrem 2007 verstorbenen Ex-Mann wird Turner in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen, Kritiker nennen die Frau mit der Löwenmähne und den kurzen Lederröcken wahlweise „eine der größten Stimmen aller Zeiten“ oder „Sexiest Großmutter“.

Als solche kümmert sie sich nun auch um ihre neue Heimat: Pünktlich zum ersten Advent spendete Turner der Gemeinde Küsnacht eine 200.000 Euro teure Weihnachtsbeleuchtung für die Seestraße.

Von Matthias Lohr

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