Die Amigos setzten auf ihr Charisma in der Kasseler Stadthalle

So einfach geht’s

Den Alltag vergessen: Karl-Heinz (links) und Bernd Ulrich setzen als Amigos auf schlichte Herzlichkeit. Foto: Fischer

Kassel. Bernd und Karl-Heinz Ulrich gehören zu jener Generation von Schlagersängern, an der sich die Liebhaber und Kritiker der Schlagerbranche hitzig und kontrovers abarbeiten.

Als „Die Amigos“ produzieren sie deutschsprachige Unterhaltungskost für ein gesetztes Publikum, das sich schon jahrelang beim Tanztee mit der Musik von G.G.Anderson und den Flippers vergnügt. Während die jüngeren Kollegen mit knalligen Produktionen, visuellem Feuerwerk und Erotik sich eher dem Popstandard nähern, reisen die Ulrichs mit einer spartanischen Old-School-Show durch die Lande.

Bei ihrem Auftritt in der fast ausverkauften Kasseler Stadthalle verzichtete man sogar auf eine erkennbare Dramaturgie und eine Live-Band. Lediglich drei große Videoleinwände unterstützten mit pragmatischem Filmmaterial die Kernthemen der einzelnen Lieder. Bei „Feuer der Liebe“ brannten die Holzscheite und bei „Mein Sohn, der Trucker“ rollte ein 16-Tonner durch das Bild. So einfach geht’s.

Die Brüder setzen voll auf ihr Songmaterial und schlichte Herzlichkeit. Dabei werden alle Aspekte, die Schlagermusik reflektiert, mindestens mit einem Beitrag bedacht. Man schämt sich nicht der deutschen Sprache, den Erfolg verdankt man nur den eigenen Fans, und alle Textthemen kommen aus dem Herzen.

Dazu die Aufforderung, die Alltagssorgen jetzt mal zu vergessen, sich der Liebe zur Heimat bewusst zu werden und der Hinweis, dass die Kinder unsere Zukunft sind. Der soziale Wertkonservatismus scheint bei den Amigos ehrlich und aufrichtig, wobei schon klar sein sollte, dass ihr Bandname eher aus dem spanisch-romanischen Sprachraum stammt.

Und dass Produzent Michael Dorth (Nik, Michael Wendler) die neuen Kompositionen hochglanzlackiert in das Rennen um den Stimmungs-Euro schickt, beweist Aktualität. Also kann von „Scheintoten“ (Freiburger Stadtkurier) in Bezug auf die Amigos nicht die Rede sein. Schon gar nicht in Kassel, wo sie die Menschen berührten, zum Feiern animierten und mit viel Applaus belohnt wurden.

Von Andreas Köthe

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