Nach Sanierung: Besucher sind angetan von Neuer Galerie

Andrang im Untergeschoss: Auch vor dem documenta-Kunstwerk Dream, einem Boot aus Benzinkanistern, bildeteten sich gestern Menschentrauben. Foto:  Herzog

Kassel. Draußen ist es kalt, windig und grau. Typisches Novemberwetter, ideal für einen Museumsbesuch. Drinnen steht Marianne Heinz, die Leiterin der Neuen Galerie und strahlt. „Um kurz vor zehn standen die Menschen schon Schlange, die Resonanz ist einfach großartig“, sagt sie.

Zum Tag der offenen Tür in dem komplett umgestalteten Museum kamen am Freitag Tausende von Besuchern. Gezählt hat sie niemand, der Eintritt war frei.

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Für viele war es die erste Gelegenheit, nach der langen Umbauzeit, wieder einen Blick in die Neue Galerie zu werfen. Wie war er denn nun, der erste Eindruck? „Es ist einfach phantastisch“, sagt Alfred Langner (71) aus Wolfsanger. Das Innenleben der Neuen Galerie sei kaum wiederzuerkennen. „Was war das früher für ein dunkler und leicht angestaubter Bau“, sagt er. Und heute? Alles sei hell, im Obergeschoss von Licht durchflutet. Von der Kunst mal ganz abgesehen, sei allein der Blick über die Karlsaue bis zur Söhre schon einen Besuch wert.

Schon am Donnerstag, dem ersten regulären Öffnungstag, seien 750 Eintrittskarten verkauft worden, sagt Prof. Bernd Küster, der Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel. „Die Neue Galerie hat das Zeug dazu, ein Besuchermagnet zu werden“, sagt er. Schon am Herkules habe man gesehen, wie sehr die Attraktivität durch das neue Besucherzentrum und die Sanierung des Kasseler Wahrzeichens zugenommen habe.

Und noch eine Parallele zum Herkules gibt es. Die Gastronomie profitiert von dem Andrang. Das Bolero am Rosenhang, nur wenige Meter von der Neuen Galerie entfernt, war gestern ausgesprochen gut besucht.

Fotos: So sieht die Neue Galerie Kassel aus

Neue Galerie fertig saniert

Diese Entwicklung könnte sich fortsetzen. „Ich komme auf jeden Fall wieder“, sagt zum Beispiel Siegrid Winter-Hlubek (63) aus Fuldabrück. Bei einer der Führungen durch die Ausstellung, die gestern im Stundentakt angeboten wurden, habe sie einen Tipp bekommen. Nach Einbruch der Dunkelheit wirke das Licht in der Neuen Galerie besonders intensiv. Das will sie an einem Donnerstag, an dem bis 20 Uhr geöffnet ist, ausprobieren.

Vier Monate haben die Besucher jetzt Zeit, sich die Ausstellung in dem für knapp 25 Millionen Euro umgebauten und sanierten Museum anzusehen. Dann wird ein Großteil der Kunst wieder ausgeräumt. Die documenta im kommenden Jahr braucht den Platz. „Es wäre doch ein Jammer gewesen, wenn wir mit der Wiedereröffnung bis nach der documenta gewartet hätten“, sagt MHK-Chef Bernd Küster. Gestern gab es wohl niemanden, der ihm da hätte widersprechen wollen.

Öffnungszeiten: Di-So 10-17 Uhr, Do bis 20 Uhr, Eintritt 4 Euro, Studenten: 2 Euro, bis 18 frei. Audioguide: 3 Euro. www.museum-kassel.de, Tel. 0561/316 80 400

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