Einladung zum Schmusen: Die Münchener Band Kytes in der Goldgrube

+
Die Kytes zu Gast in der Kasseler Goldgrube: Thomas Sedlacek (von links), Michael Spieler, Kerim Öke und Timothy Lush. 

Kassel. Eine Münchener Band, die quasi ein Heimspiel in Nordhessen hat, gibt’s nicht? Gibt’s doch: Kytes fühlen sich in Kassel wie zu Hause. Und dazu haben sie auch jeden Grund. 

Die vierköpfige Indieband trat zum zweiten Mal in der „Goldgrube“ auf, und unter den Zuschauern hörte man es zischen: „Oben-Festival.“ Spätestens hier konnten sie im Mai auf der Knallhütte in Baunatal eine Menge Musikfreunde von sich überzeugen. Dementsprechend überrascht es nicht, dass der kleine Club an der Eisenschmiede mit über 130 Fans gut gefüllt war.

Als Support eröffnete Singer-Songwriter Tom James aus England den Abend. Fingerfertig demonstrierte er ein individuelles Akustik-Gitarrenspiel. Da wurde an den Saiten gezupft und die Gitarre im Schoß als Trommel genutzt. Mit Arpeggios (Akkordbrechungen) begleitete er seine balladigen Songs.

Die weiche Einleitung nutzten Kytes als Sprungbrett für ihre energiegeladenen Songs. Ihrer großen Albumtour entsprechend sind hier spürbar echte Profis am Werk. Das Timing sitzt. Das Spiel mit dem Publikum ist perfektioniert. Die Freude beim Auftritt ist ansteckend und echt. So wird die Stimmung gelöst und Band und Fans verschmelzen zu einem feiernden Organismus.

Kein Wunder also, dass sie ein alters- und gendermäßig durchmischtes Publikum ansprechen. Ihr Debüt-Album „Heads and Tales“ ist zwar noch ganz frisch – es kam erst vor zwei Wochen raus –, textsicher mitgesungen wurde trotzdem schon.

Das Ergebnis ihres Debüts könnte professioneller und runder nicht sein. Mit ihrem poppigen Indie-Sound in englischer Sprache surfen sie auf der Trend-Welle der aktuellen Hits mit. Michael Spieler (Sänger, Gitarrist), Timothy Lush (Schlagzeug, Texte), Kerim Öke (Gitarre, Keyboard) und Thomas Sedlacek (Bass, Synthesizer) klingen eingängig und tanzbar. Immer mit dabei sind die typischen Indie-Gitarrenriffs, die sie mit Elektro-Klängen begleiten.

Und trotzdem haben sie etwas Eigenes erschaffen. Es fehlt nicht an Persönlichkeit, denn die vier Münchener haben Wiedererkennungswert. Grund dafür sind mitunter ihre Percus-sion-Einlagen und die smarte Stimme von Frontmann Spieler. Bei ihrem Song „Head to toe“ wurde das Publikum zum Schmusen eingeladen und spätestens jetzt war die Wohlfühl-Atmosphäre perfekt.

Kytes haben sich von der einfachen Schülerband „Blind Freddy“ zur radiotauglichen Indieband gemausert, die längst kein Insidertipp mehr ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.