Das Kasseler Quartett Luna Rossa überzeugte am Sonntag in der Kreuzkirche

Einmal um die Welt

Nahm das Publikum mit auf eine musikalische Reise: Die Band Luna Rossa mit (von links) Hans Schmöle, Rüdiger Passon, Harry Erbroth und Reinhard Ochtendung. Foto: Schachtschneider

Kassel. Ein Herr im weißen Anzug schippert auf einem weißen Motorboot über den Gardasee - mit diesem Bild des Chansonniers Joe Dassin stimmte Rüdiger Passon sein Publikum auf den Song „L’été Indien“ ein. Passon, eleganter Sänger und versierter Saxofonist von Luna Rossa, gab beim Konzert in der Kreuzkirche mit gefülltem Rotweinglas stilecht den mediterranen Bonvivant. Dieses spezielle Lebensgefühl, gleichermaßen geprägt von Leichtigkeit und Melancholie, verstand die vierköpfige Gruppe an diesem verregneten Abend durchaus authentisch zu vermitteln.

Den überraschenden Anfang machte der unauffällig, aber sicher agierende Bassist Harry Erbroth, ehe sich seine Mitmusiker aus dem Chorraum dazugesellten. Die ungewohnte Akustik in der Kuppelkirche bekam man bald in den Griff: Die Reaktionen der sehr zahlreichen Zuhörer steigerten sich peu à peu von freundlichem Beifall bis zu begeistertem Pfeifen und Trampeln.

Luna Rossa boten eine kurzweilige, bewusst nostalgisch ausgerichtete musikalische Weltreise über Italien, Frankreich, den Balkan und Südamerika mit kreativen Interpretationen teils bekannter Stücke. So wurde der klassische Bossa-nova-Titel „The girl from Ipanema“ verblüffend mit akustisch erzeugten Regenwald-Geräuschen eingeleitet.

Dabei bearbeitete der souveräne Akkordeonist Reinhard Ochtendung sein Instrument wie ein Perkussionist. Die Eigenkomposition „Tango Luna Rossa“ hatte Gitarrist Hans Schmöle mitgebracht, bei der er sein facettenreiches Spiel mit flinken Single-Note-Läufen und Arpeggios garnierte.

Nach gut zwei Stunden und Zugaben durfte Luna Rossa die Altarbühne verlassen, nicht ohne Geburtstagskinder und Walzertänzerinnen mit CDs beschenkt zu haben.

Von Wolfgang Wollek

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