„Einzigartige Präsenz“: Preis für Kasseler Schauspieler Artur Spannagel

Würdigung für den jungen Preisträger: Fördergesellschafts-Vorsitzender Hans-Dieter Müller (von links) und Juryvorsitzender Michael Volk zeichneten den Schauspieler Artur Spannagel aus, Intendant Thomas Bockelmann gratulierte. Foto: Fischer

Kassel. Für herausragende künstlerische Leistungen in der Spielzeit 2014/15 erhält Artur Spannagel (29) den Nachwuchspreis der Fördergesellschaft des Kasseler Staatstheaters. Am Montagabend überreichten Vorsitzender Hans-Dieter Müller und als Juryvorsitzender Chefdramaturg Michael Volk dem Schauspieler die Auszeichnung. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert. Spannagel bedankte sich im gut besetzten Opernfoyer mit der Rezitation von Michael Endes „Ballade vom Seiltänzer Felix Fliegenbeil“.

Der Preis ist ein „Sonderapplaus“ des Fördervereins, so Müller, und zeige, dass die Jury in einem jungen Darsteller „viel Entwicklungspotenzial“ sehe. Der 1985 im kasachischen Almaty geborene Spannagel wuchs in Kaiserslautern auf, er versuchte sich erst in einem Geologiestudium und kam dann – nach Theaterausflügen in Jugendclubs und als Statist - zur Schauspielausbildung nach Salzburg. „Ich musste erst meinen inneren Panzer absprengen“, sagte er über seinen Einstieg in die Schauspielerei. Sein Erstengagement führte ihn nach Bremerhaven, seit vergangenem Herbst ist der ledige Darsteller in Kassel.

„Schon mit seiner ersten Rolle in Kassel hat er in hohem Maß seine Begabung bewiesen“, sagte Volk in seiner Laudatio. Spannagel könne „ein merkwürdiges Geheimnis erzeugen“, habe „eine unglaubliche Präsenz“. Intendant Thomas Bockelmann ergänzte: „Wenn der Artur in den Raum kommt, dann ändert sich etwas in dem Raum. Diese Gabe hat man oder hat sie nicht.“

Spannagel spielt in Martin Schulzes viel gelobter Inszenierung von Dennis Kellys Drei-Personen-Stück „Waisen“ den jungen Liam, bei dem auf einmal deutlich wird, dass er womöglich nicht Opfer, sondern Täter ist (wieder am 9., 16., 23.7.), im Obdachlosenstück „Nachtasyl“ ist er Pepel (wieder am 4., 5.7.), in „Penthesilea“ war er der Halbgott Achilles, in „Hamlet“ der Laertes. Nächste Saison ist er in der Eröffnungspremiere zu sehen: „Le Passé“.

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