Chinesische Behörden reißen Atelier nieder

Eklat um Ai Weiwei

Ai Weiwei

Der chinesische Künstler Ai Weiwei hatte schon länger damit gerechnet, aber dass es so schnell gehen würde, überraschte ihn dann doch. Ohne Vorwarnung haben die chinesischen Behörden am Dienstagmorgen das Atelier des Regimekritikers in Schanghai abreißen lassen, wie die Nachrichtenagentur AFP meldete. „Obwohl ich wusste, dass sie es abreißen werden, habe ich nicht erwartet, dass es so schnell geht“, sagte Ai Weiwei den Journalisten.

Der 53-Jährige, der 2007 mit seinem Projekt „Fairytale“ und der eingestürzten Holzskulptur „Template“ der Star der documenta 12 war und erst im September den Kasseler Bürgerpreis „Glas der Vernunft“ erhielt, wird schon seit längerem von der Führung seines Heimatlandes unter Druck gesetzt. Zuletzt wurde Ai Weiwei Anfang Dezember an der Ausreise gehindert. Im August 2009 erlitt er bei einem Polizeieinsatz eine lebensgefährliche Hirnblutung, wegen der er in München operiert werden musste.

„Unsachgemäße Benutzung“

Nachdem er von dem Abriss erfuhr, habe er sich sofort auf den Weg von seinem Wohnort Peking nach Schanghai gemacht, sagte Ai Weiwei. Umgerechnet 750 000 Euro hat der Künstler angeblich in sein 2000 Quadratmeter großes Atelier investiert. Das Gelände in der Hafenstadt hatte er für 30 Jahre gepachtet. Zunächst erteilten ihm die Behörden eine Baugenehmigung, ehe sie das Atelier nun dem Erdboden gleichmachten. Als Begründung nannten sie: „unsachgemäße Benutzung“. (mal) Foto: dpa

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