Veranstalter sind zufrieden

Free Flow Festival am Kupferhammer: Ekstase und freier Tanz

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Sein Auftritt am späten Samstagabend war der Höhepunkt: Altmeister Gunter Hampel.

Kassel. Kleiner als sonst gab sich das Free Flow Festival  im Kupferhammer  in diesem Jahr. Eine Bühne, verschiedene klassische und experimentelle Instrumente und wechselnde Mitspieler: mehr brauchte es nicht.

Bei der Free Flow Musik bestimmt das spontane Ereignis das Geschehen. Dabei stellen sich die Musiker aufeinander ein und warten ab, was entsteht. Nichts ist geplant, nichts ist beabsichtigt; der freie Fluss der Emotionen, die freie Entfaltung der Klänge stehen im Mittelpunkt. Dabei ist keine Session je wie die andere, jedes Zusammenspiel ist neu, nichts ist vorhersehbar.

Das Free Flow Festival gab sich in diesem Jahr kleiner und beschaulicher als sonst. Dazu dürfte auch die anhaltende „Exil-Situation“ beigetragen haben - während das Festival die ersten zehn Jahre lang in der Kulturfabrik Salzmann stattgefunden hatte, habe man seit 2013 auf die Garagengebäude am Kupferhammer ausweichen müssen.

Den Anfang machte das Trio Poods, gefolgt vom Göttinger Duo Hang2Halo, die jedes Jahr in wechselnder Besetzung auf dem Festival begeistern. Mit Querflöte, Kontrabass, Hang und dessen musikalischer Weiterentwicklung Halo-Drum erzeugten Beo Brockhausen und Peter Krug überwiegend sphärisch-meditative Klänge wie den „Gesang der Wale“. Auch eine slowakische Obertonflöte und ein Sopransaxofon kamen zum Einsatz.

Der Auftritt von Altmeister Gunter Hampel  mit dem jungen brasilianischen Tänzer Danilo Cardoso begann spontan mit einer klanglichen Performance mit Holzscheiten am Lagerfeuer und setzte sich anschließend auf der Bühne fort. Hampel gab dabei auf dem Marimbafon, dem afrikanischen Ballafon und der Bassklarinette Rhythmen vor, die der Junge spontan aufgriff und kunstvoll in Tanz und Bewegung umsetzte. Dem schloss sich der Auftritt von Embryo an. Die Gruppe um Christian Burchard verband ihre experimentellen Klänge mit Elementen der klassischen arabischen Musik. Dabei gelang es der Gruppe, zu später Stunde die Energien zu bündeln und auf den Höhepunkt zu treiben, was sich im ekstatischen Tanz vieler Gäste entlud.

Anschließend wurde die Bühne geöffnet. Auch Mitglieder der Kasseler Free Flow Band Strom trugen mit Didgeridoo, Sprechgesang, Trommeln und Posaune zum angekündigten „Zauber des Ungeplanten“ bei. Die offene Session dauerte bis in die Morgenstunden. Neben der Hauptbühne stand den Gästen eine zweite Bühne im Panoptikum-Club zum freien Zusammenspiel zur Verfügung.

Mitorganisatorin Carmen Weidemann  äußerte sich zufrieden über das Festival.

Von Johanna Wohlkopf

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