Die Sängerin Sade meldet sich nach zehn Jahren mit einer schönen Platte zurück

Eleganz für die Ewigkeit

Kann diese Frau schon 51 sein? Die britische Sängerin Sade Adu. Foto: Sony

Die Plattenfirma von Sade hat ein Problem. Da hat diese nun 51 Jahre alte Helen Folasade Adu nach einem Jahrzehnt endlich ein neues Album vollendet. Doch statt sich nun in die Auftritts- und Interviewmühle zum Bewerben von „Soldier Of Love“ zu begeben, bleibt die zurückgezogen in der englischen Provinz Gloucestershire lebende Sade einfach zuhause.

Es heißt, sie zieht es vor, mit ihrer 14 Jahre alten Tochter Ila DVDs zu gucken, gelegentlich dem örtlichen Feuerwehrfest beizuwohnen und noch gelegentlicher neue Songs aufzunehmen. Bereits vor zehn Jahren sagte sie: „Ich melde mich immer nur dann zu Wort, wenn ich etwas mitzuteilen habe. Ich kann nicht auf Knopfdruck kreativ sein.“ Nach rund 50 Millionen verkaufter Tonträger kann sie sich diese Zurückhaltung leisten, zumal sie vor zwei Jahren begann, mit ihren treuen Musikern neue Songs einzuspielen.

Die sind nun fertig, doch damit die Medien Sade nicht ignorieren, lädt die Plattenfirma in ein Münchner Gourmet-Restaurant ein. Da lauscht man zu „Ausgelösten Flusskrebsen mit pikantem Mangosalat“ Sades Erfolgen, etwa „Smooth Operator“ aus dem 1984 erschienenen Debüt „Diamond Life“. Sade kann schön singen, denkt der Zuhörer, während er nach der Vorspeise den einen oder anderen der erlesenen Tischweine probiert, dieser samtene Glanz in der Stimme, niemand sonst hat den, sie mag also eigenartig sein, aber vor allem ist sie einzigartig.

Dann kommt der „Milchkalbrücken mit Artischocken und Lauchpüree“, und parallel kommt das neue Album ins CD-Gerät. Schon nach zwei, drei Bissen und den Anfangstakten von „The Moon and the Sky“ wird deutlich, dass Sade dem bewährten Stil verhaftet bleibt. Zu sparsamer Instrumentierung singt sie ein einschmeichelndes Liebeslied. Die zehn Songs von „Soldier of Love“ sind wieder so wunderschön melancholisch, so ruhig, ernst und leidenschaftlich wie alles, was Sade mit ihrer dreiköpfigen Band seit den Anfängen 1984 veröffentlicht hat.

Auf die Dauer einlullend

Lieder wie „The Safest Place“, Bring Me Home“ und „Morning Bird“ passen in ihrer gebremsten Präsentation perfekt in jedes Sternelokal. Okay, irgendwann gegen Ende von Album und Rotwein wirkt Sade einlullend, und man freut sich, dass mit dem rhythmischen Titelsong und dem freudig-melodischen „Babyfather“ zumindest zwei Songs auch zum Fußwippen taugen.

Zum Nachtisch („Kokos-Creme-Brulée mit Ananas und Zitronengraseis“) bekommt man dann noch einige aktuelle Sade-Fotos zu sehen. Sie zeigen, dass die Tochter eines nigerianischen Wirtschaftsprofessors und einer englischen Krankenschwester das Älterwerden den anderen überlässt. Faltenfrei ist das Gesicht, makellos die sportliche Figur. Aber Sade hat ja auch sehr viel Zeit, um sich der Schönheitspflege zu widmen.

Sade: Soldier Of Love (Sony BMG). Wertung: !!!!:

Von Steffen Rüth

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