Eleganz und Emotion: Rudolf Buchbinder hat 32 Beethoven-Sonaten eingespielt

Lange bekannt, jetzt auch berühmt: Rudolf Buchbinder. Foto: dpa

Kurz vor seinem 65. Geburtstag am 1. Dezember hat der österreichische Pianist Rudolf Buchbinder eine Großtat vollendet: Unter dem Titel „The Sonata Legacy“ hat er sämtliche 32 Beethoven-Sonaten auf neun CDs eingespielt. Ein Vermächtnis, das ihn, der in seiner Karriere den großen Starruhm knapp verfehlte, in den Blickpunkt der Klassikszene rückt.

Buchbinder hat sich ein Leben lang mit Beethoven beschäftigt (und vor einigen Jahren auch Sonatenabende in Kassel gegeben). Sein Spiel ist in hohem Maße ausgereift, ohne an Frische eingebüßt zu haben. Eine wunderbar elegante Spieltechnik besaß Buchbinder schon immer - und auch bei dieser Einspielung perlt sein Anschlag wie nur bei wenigen seiner Zunft.

Einige der tollsten Momente seiner Gesamtaufnahme: Die wunderbar profilierte konzertante CD-Dur-Sonate op. 2,3. Die kontrollierte Raserei im Prestissimo-Finale der c-Moll-Sonate op. 10,1. Der kauzige Charakter des Allegretto vivace aus der Sonate Es-Dur op. 31,3 („Die Jagd“). Die ungeheuren emotionalen Ausbrüche in der „Appassionata“. Das elegante Finale der „Les Adieux“-Sonate. Der unglaubliche Spannungsbogen im 17-minütigen Adagio der „Hammerklaviersonate“.

In seltenen Momenten übertreibt Buchbinder das Legatospiel und klingt dann etwas unspritzig altbacken: so im Variationssatz zu Beginn der As-Dur-Sonate op. 26. Insgesamt aber hat sich Buchbinder in die erste Reihe der Beethoven-Gesamtaufnahmen gespielt. Rudolf Buchbinder: Beethoven - The Sonata Legacy. RCA (Sony Music), 9 CDs, Wertung: !!!!:

Von Werner Fritsch

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.