Elektrisierend: Tianwa Yang beim Kultursommer

Bewegende Momente vor toller Kulisse: Tianwa Yang dirigiert das Göttinger Symphonie Orchester unter der Leitung von Christoph-Mathias Mueller (rechts). Foto: von Berlepsch

Die Chinesin Tianwa Yang gilt als eine der weltbesten Geigerinnen. Nun trat sie beim Kultursommer Nordhessen auf Schloss Berlepsch auf - ein einzigartiges Erlebnis.

Schloss Berlepsch. In den Genuss, eine der weltbesten Geigerinnen zu erleben, kam das Publikum beim Kultursommer Nordhessen: Beim Open-Air-Konzert auf Schloss Berlepsch (Werra-Meißner-Kreis) beeindruckte die phänomenale Tianwa Yang mit Tschaikowskys Violinkonzert.

In Kassel kennt man die 1987 geborene Chinesin nicht zuletzt dank ihrer Lehrtätigkeit an der heimischen Musikakademie, doch darüber hinaus ist sie eine international gefeierte Künstlerin. Im Vorjahr bekam sie sowohl einen Echo-Klassik als auch den Preis der deutschen Schallplattenkritik, und sie beeindruckt die renommiertesten Musikkritiker. Eine „vielfältig Maßstab setzende Geigerin von Weltrang“, schrieb etwa der Violin-Experte Harald Eggebrecht im Oktober in der „Süddeutschen Zeitung“.

Maßstäbe setzte Tianwa Yang auch bei Tschaikowsky mit ihrem vor Energie übersprühenden, elektrisierenden Spiel. Klar, dass die technische Seite niederschmetternd gut geriet und mit einer Brillanz sondergleichen gemeistert wurde. Aber alles war zudem ausdrucksstark und lebendig - frischer sogar als bei dem US-Star Joshua Bell, der das Tschaikowsky-Konzert vor zwei Jahren beim Kultursommer in Kassel gespielt hatte.

Tianwa Yang setzte Pointen in Artikulation und Agogik, ließ die Melodien aussingen und beleuchtete mit Spielwitz das keck-folkloristische Element im rasanten Finalsatz. Fein schwebend und mit zärtlichen Trillern versehen war ihre Solo-Zugabe, das Andante aus Bachs Sonate BWV 1003.

Musikalische Begleiter waren das Göttinger Symphonie Orchester und GMD Christoph-Mathias Mueller, der das Charisma und quecksilbrige Temperament hat, um ein Miteinander mit der Topsolistin zu gestalten. Überhaupt musizierten die Göttinger mit großem Engagement.

Zum Auftakt gab es Beethoven-Dramatik mit der „Coriolan“-Ouvertüre und im zweiten Teil dann Brahms‘ Sinfonie Nr. 2, deren romantischer Naturton wunderbar zur traumhaft schönen Umgebung des Schlosses passte. Nach viel Beifall der 440 Gäste zündete noch der 1. Ungarische Tanz von Brahms.

Von Georg Pepl

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