Bei der Schule für darstellende Kunst hatte „Electronic City“ Premiere

Elektronische Blutarmut

Leben in einer Kunstwelt: Das Team der Schule für darstellende Kunst. In der Mitte: Tom (Daniel Lambach). Foto: Malmus

Kassel. Es ist eine mehr als eintönige Welt in der Joy (Caroline Jöckel) und Tom (Daniel Lambach) leben. Er jettet als Banker um eine Welt aus identisch gestanzten Schablonen – jedes Hotelzimmer, jede Stadt ein Abziehbild - sie wird als Billiglohn-Kraft von einer Supermarktkette missbraucht und ist dafür ebenfalls permanent im Einsatz.

„Ich reise, aber ich bewege mich nicht“, stellt Tom frustriert fest und: „Ich habe kein Zuhause.“ Der einzige Kontakt der beiden findet über flüchtige Telefongespräche statt. „Electronic City“, ein Stück von Falk Richter, inszeniert von der Schule für darstellende Kunst Kassel feierte am Mittwoch vor gut gefüllten Rängen Premiere in der Kulturfabrik Salzmann. Für die Regie war Gunnar Seidel zuständig. Schauspielschüler des 2., 4. und 6. Semesters interpretierten das mehr als blutleere Leben in einer von Globalisierung verfluchten Welt.

Dass eine menschliche Beziehung da nur durch Systempannen etwas atmen kann, liegt auf der Hand. Mit der Handlung verwob sich, stets mit ihr verschmelzend, ein zehnköpfiges Filmteam beim Dreh zu einem Märchen aus elektronischen Zeiten. Es machte Spaß zu erleben, mit welcher Begeisterung und inneren Spannung die Nachwuchsschauspieler bei der Sache waren. Dennoch wurde man den Eindruck nicht los, dass Stück und Texte die jungen Darsteller etwas überforderten. Timing und Deutlichkeit wurden von den meisten noch zu wenig beherrscht. Es spielten: Jessica Baumgarten, Sasha Bornemann, Carolin Böhm, Kerstin Diebel, Renate Herberg, Melanie Schütz, Franziska Dohse, Eva Maria Hamm. Wieder am 3.3., 4.3., 8.3. und 9.3., jeweils 20 Uhr.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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