„durchtränen“ ist eine Ausstellung mit Tanzperformance in den Privaträumen einer Wohngemeinschaft

Emotionen in warmen Farben

Kunst im Badezimmer: Fotografin Shirin Moaiyeri (links) und Tänzerin Louisa Jacobs Foto: Broy

Kassel. Wer die Ausstellung „durchtränen“ bewundern möchte, muss sich zunächst selbst überwinden und an der Haustür Unbekannter klingeln. Um anschließend in die Privatsphäre fremder Menschen einzudringen. Denn die Exponate hängen mitten in den Räumen einer achtköpfigen Wohngemeinschaft.

Die Kasseler Tänzerin Louisa Jacobs hatte die Idee zu der Fotoausstellung mit Tanzperformance im eigenen Zuhause. In den Bildern, die die befreundete Fotografin Shirin Moaiyeri geschossen hat, geht es um Emotionen. „Gefühle beherrschen unseren Alltag. Sie sind immer gegenwärtig, ob wir wollen oder nicht“, erklärt Jacobs, die für ihre Freundin auch Modell gestanden hat. Schon lange wollte sie eine eigene Ausstellung realisieren, scheiterte aber bei der Suche nach einem geeigneten Ort. Bis sie ihre Mitbewohner fragte, die sie sofort unterstützten.

Die Aufnahmen in der geräumigen Wohnküche strahlen Wärme aus. Beim ersten Hinsehen glaubt der Betrachter, Kneipe und Ellenbogen zu sehen, auf die Tränen fallen. Erst bei längerem Hinsehen erschließt sich, was auf den kleinformatigen Bildern in zartem Gelb-Orange zu sehen ist: Eine Feinstrumpfhose, durch Lichtspiele und Honigtropfen in Szene gesetzt.

Im Badezimmer handelt es sich genauso wie im Flur dann wirklich um Körper: In einer der Aufnahmen werden weibliche Brustwarzen mit den Fingern tief eingedrückt, Schmerz damit versinnbildlicht. Andere Motive scheinen für Sehnsucht oder Wehmut zu stehen.

Die Ausstellung in der Dörnbergstr. 5 (Hinterhof) ist heute von 17 bis 19 Uhr geöffnet. Morgen zeigt Jacobs um 19 Uhr ihr Tanzstück, anschließend gibt es zum letzten Mal die Gelegenheit, die Bilder zu sehen.

Von Sonja Broy

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