Konzert des Ensembles „Vox humana“ und der Kantorei Wilhelmshöhe-Brasselsberg in der Christuskirche

Empfindsames und ein Kracher

Festliches zum Advent in der Christuskirche: Das Vox-humana-Ensemble mit den Instrumentalisten der Camerata und Leiter Stephan Herrmann (vorn rechts). Foto: Koch

Kassel. Den Weg von der Adventszeit bis zum Weihnachtsfest ging programmatisch das festliche Weihnachtskonzert des Vokalensembles „Vox humana“ und der Kantorei Wilhelmshöhe-Brasselsberg unter der gemeinsamen Leitung von Uta-Verena Kröhn und Kirchenmusikdirektor Stephan Herrmann.

Gegensätzlicher hätten die beiden „Eckpfeiler“ des hochgestimmten Abends allerdings nicht sein können: Das empfindsame Magnificat des wohl berühmtesten der Bach-Söhne, Carl Philipp Emanuel, geht trotz aller bewundernswerter empfindsamer Kompositionskunst nicht so recht ins Ohr.

Das in Kassel schon oft gehörte Gloria von John Rutter, eines der gelungensten Werke des 65-jährigen Briten, ist dagegen ein echter weihnachtlicher „Knaller“ (hier mit kraftvoller Unterstützung des Staatstheater-Bläserensembles), der das Publikum in der übervollen Christuskirche in aufgeräumter Stimmung entließ.

Das Solistenquartett des Magnificat war homogen abgestimmt und wirkte am besten im Ensemble. Christina Wielands leichter, schwebender, fast etwas kindlicher Sopran ließ aufhorchen und wurde am schönsten im Duett vom souveränen Alt von Mechtild Seitz gestützt. Der Tenor Andreas Schön wirkte in den Höhen leicht angestrengt, Helmut Weckesser (Bass) lieferte ein kraft- und ausdrucksvolles solistisches „Fecit potentiam“.

Gut einstudiert und überzeugend wirkte das Vox-humana-Ensemble, das in den anspruchsvollen Chorsätzen („Et miseracordia“) mit stimmlicher Strahlkraft glänzen konnte. Auch das Camerata-Ensemble unter der Leitung von Rüdiger Spuck fand zu einer guten und temperamentvollen Leistung. In zwei Arien aus Bachs „Weihnachtsoratorium“ („Schließe mein Herz“, „Bereite dich Zion“) konnte Mechthild Seitz ihr angenehmes Timbre und ihre überzeugende Artikulationskunst unter Beweis stellen.

Von Christiana Nobach

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