Kult und Spiele: In Berlin gibt es eine spektakuläre Ausstellung über das antike Heiligtum Olympia

Am Ende entschied das Ringen

Olympische Spiele der Antike: Sportdarstellung eines Ringkampfes als Relief einer Statuenbasis, Marmor, ca. 510 v. Chr. Foto: Museum/nh

Berlin. Kult und Spiele: In Berlin eröffnet am Freitag eine spektakuläre Ausstellung über das antike Heiligtum Olympia. Passend zu Olympischen Spielen und Paralympics. Das während beider Spiele in London brennende Olympische Feuer wurde im antiken Heiligtum Olympia entzündet. Die dort nachweislich seit 776 vor Christus alle vier Jahre abgehaltenen Wettkämpfe zu Ehren des griechischen Göttervaters Zeus fanden bis 393 nach Christus statt, brachten es also auf 293 Ausgaben.

Spektakuläre Ausgrabungsfunde aus Olympia sind nun im Martin-Gropius-Bau zu sehen. „Über 500 Leihgaben kommen aus Griechenland nach Berlin. Eine so große Ausstellung hat Griechenland noch nie verlassen“, schwärmt dessen Direktor Gereon Sievernich. Im Mittelpunkt stehen Überreste des Zeustempels, dessen untergegangene, zwölf Meter hohe Zeusstatue aus Gold und Elfenbein zu den Sieben Weltwundern der Antike gehörte.

Natürlich widmet sich die Schau auch der Darstellung der antiken Wettkämpfe. An denen durften alle freien Griechen teilnehmen. Sievernich: „Einer der ersten Sieger soll ein Koch gewesen sein.“ Für Frauen, die nicht teilnehmen durften, gab es am Fest der Göttin Hera einen Laufwettkampf.  Eine berühmte Ausnahme war die spartanische Königstochter Kyniska. Sie „gewann“ 396 und 392 v. Chr. mit einem Fohlen-Viergespann. Denn bei den Pferdewettkämpfen galten nicht Wagenlenker und Reiter, sondern die Rennstallbesitzer als Sieger.

In der Frühzeit dauerten die Wettkämpfe vermutlich maximal 30 Sekunden. Denn der einzige Wettbewerb war der 192 Meter lange Stadionlauf. Nach und nach kamen weitere Sportarten hinzu, so dass sich die Dauer der Spiele auf fünf Tage erweiterte. Eine wichtige Rolle spielten Kulthandlungen wie das Schlachten von 100 Ochsen zu Ehren des Zeus. Skulpturen, Kleinplastiken und Vasenmalerei zeigen die Athleten, darunter Läufer und Faustkämpfer. Den besten Körperbau hatten die Athleten des Fünfkampfes.

Die ersten Disziplinen waren Ausscheidungswettkämpfe: Diskuswerfen, Wettlauf, Speerwurf und Weitsprung, der mit Gewichten zum Schwungholen in beiden Händen aus dem Stand in fünf Sätzen hintereinander ausgeführt wurde. Die beiden verbliebenen Athleten ermittelten im Ringkampf den Gewinner. Die Sieger wurden mit einem Kranz aus Zweigen des heiligen Olivenbaumes ausgezeichnet und mit einem Festmahl geehrt.

Mythos Olympia - Kult und Spiele. 31.8. bis 7.1.2013, Niederkirchnerstraße 7. Tel. 030 / 25 48 60, www.gropiusbau.de. Katalog (Prestel Verlag) 25 Euro (Buchhandel 49,95 Euro).

Von Veit-Mario Thiede

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