Am Ende fließen Rührungstränen: Schlagersängerin Nicole in Baunatal

Wurde von ihren Fans bejubelt: Schlagersängerin Nicole bei ihrem Auftritt in der Baunataler Stadthalle. Foto: Zgoll

Baunatal. Fünfzig ist sie nun, sieht aber nicht so aus. Im Gegenteil: schlanke Figur, knallenge Lederhose, blonde Löwenmähne.

Als die Schlagersängerin Nicole Hohloch 1982 – süße 17 Jahre alt und mit weißer Gitarre im Arm – für Deutschland mit „Ein bisschen Frieden“ den Grand Prix Eurovision de la Chanson gewann, wurde sie von den Fans ins Herz geschlossen, wie eine Adoptivtochter, die fortan zur Familie gehört. Bis heute hat sich das - trotz Imagewandel -wenig verändert.

Der frühe Ruhm mag eine Belastung für Nicole gewesen sein, hat aber auch seine Vorteile, wie sich nach ihrem Konzert am Sonntag in der mit 300 Besuchern gefüllten Baunataler Stadthalle resümieren lässt: Riesenbeifall, ja Jubel nach jedem Lied. Seit 35 Jahren steht Nicole auf der Bühne. Hier präsentierte sie eine musikalische Zeitreise: vom Grand Prix über die ZDF-Hitparaden bis nach Afrika - ihrer aktuellen Liebe - und zurück zum Grand Prix. Nicole gab dem Konzert eine sehr persönliche Aura. Und das nicht nur, weil sie zwei Besucherinnen auf die Bühne holte, um ihnen ein Geburtstagsständchen zu singen und die Fans nach Stücken vom aktuellen Album („Das ist mein Weg“) bei Titeln wie „Flieg nicht so hoch, mein kleiner Freund“, „Und außerdem“, „Ich lieb‘ Dich“, „Für die Seele“ oder „Zweite Liebe“ in Erinnerungen schwelgen konnten.

Die in Saarbrücken geborene Künstlerin legt Wert auf ihr Publikum, will es glücklich machen. Mit jeder Geschichte, die sie erzählt, wird das deutlich. Ob es dabei nun ums Diäthalten geht – „Ich verzichte auf Schokolade, Fett und Zucker“ – um die berufliche, „friedliche“ Trennung von Ralph Siegel – „Wir telefonieren oft“ – oder um das Thema Liebe. Alles wirkt glaubhaft, kommt sympathisch rüber.

Zum Abschluss: Das Lied, worauf alle gewartet hatten: „Ein bisschen Frieden“. Als das Publikum sich mit Jubel und nicht enden wollendem Applaus bedankt, fließen ihr gerührt Tränen übers Gesicht. Einige Sekunden dreht sie dem Publikum den Rücken zu, um sich zu sammeln. Drei Zugaben folgen.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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