Drei Kasseler Bands spielten bei der XXL-Bluesnacht in der Kulturfabrik Salzmann

Energieschub zu später Stunde

XXL-Bluesnacht in der Kulturfabrik Salzmann. Andreas Päuser (links) und Frank Brinkmann von der Band Bluekrauts. Foto:  Socher

Kassel. In der Mensa werden nicht nur Schnitzel frittiert, sondern auch gute Ideen gebacken: Warum nicht ein gemeinsames Konzert veranstalten?

Dieser Einfall war einigen Kasseler Musikern beim Mittagsmenü gekommen, und so stieg nun - ironisch als „Sounds of Mensa“ tituliert - die XXL-Bluesnacht in der Kulturfabrik Salzmann. Drei Bands, insgesamt 18 Musiker, drei unterschiedliche Klangbilder, vier Stunden Dauer und knapp 200 Zuhörer, die es nicht an Beifall fehlen ließen.

Bluegrass, gern als Blues des weißen Mannes bezeichnet, ist das Genre von Frank Brinkmann, Andreas Päuser, Axel Kretschmer und Michael Kurz, die sich Bluekrauts nennen und traditionelle Songs mit Adaptionen von Stücken aus anderen Stilen mixen. Mit Mandoline, Banjo, Resonatorgitarre, Kontrabass und Satzgesang ergab dies ein angenehmes, moderat lautes Klangbild, mal entspannt, mal mit geschwinden Soli aufgebrezelt. Sonoren Tiefgang verbreitete der singende Bassist Michael Kurz in Phil Rosen-thals „Muddy Water“.

Die Gitarren ohne Strom wichen kraftvoller Elektrizität, als das Bluesquartett Steppin’ Out mit seinem Repertoire aus zum Großteil eigenen Stücken antrat. Hugo W. Scholz (Vocals, Bluesharp, Saxofon), Frank Pecher (Gitarre), Rolf Denecke (E-Bass) und Marcus Wickel (Drums) bescherten rockige Power, sentimentale Balladen und manch ausgefeilte Arrangement-Idee. Klasse auch die Gitarrensoli und der kreischende, undomestizierte Klang der Bluesharp, der Mundharmonika.

Das dritte Klangbild schlug sich in die Richtung von Soul ‘n’ Blues. Die zehnköpfige Formation Beat That Chicken um die Frontleute Kurt Sogel und Heidi Winter und den Gitarristen Thomas Phleps bestritt das Finale - und punktete durch den heißen Bläsersatz samt hoher solistischer Potenz. In einem Energieschub zu später Stunde kam Detlef Landeck im Song „Sold Out“ an den Bühnenrand und demonstrierte sein Können auf der Posaune.

Von Georg Pepl

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