Retter der Volksmusik

Die Entdeckung: Herbert Pixner beim Vellmarer Sommer im Park

Bewegt sich zwischen Volks- und Weltmusik: Der Südtiroler Multiinstrumentalist Herbert Pixner. Fotos: nh

Manchmal geben Besucher einem Festival auch etwas zurück. Im vorigen Jahr erhielt der Vellmarer Kulturbeauftragte Gerhard Klenner einen Anruf des Kasseler Optikers Olaf Rotermund.

Der hatte bei einem Festival auf der Seiser Alm in den Südtiroler Dolomiten das Herbert Pixner Projekt erlebt. Nun empfahl er das Volksmusik-Quartett dem Organisator des Festivals Sommer im Park.

Klenner hörte nur einmal kurz in die CD und buchte die in Deutschland noch unbekannte Formation sofort. Nun ist das Herbert Pixner Projekt am 14. Juli eine der Attraktionen beim Vellmarer Festival.

Dort gehört Volksmusik eher selten zum Programm, aber Pixner ist eben auch nicht im Musikantenstadl zu Hause. Der Südtiroler hat den „Rock’n’Roll in die Volksmusik“ gebracht, wie Kritiker schreiben. Mit seinen Bandmitgliedern mischt der 40-Jährige kongenial traditionelle Klänge aus dem Alpenraum mit improvisierter Weltmusik. Auch Pop, Jazz und Blues kann man aus seinen Liedern heraushören, die Titel tragen wie „Leckmicha Marsch“, und „Emanzen-Walzer“.

Eine Revolution ist das nicht. Mit einem ähnlichen Stil ist Hubert von Goisern schon lang erfolgreich. Wie der Österreicher sieht sich auch Pixner als Teil einer Gegenbewegung zur „übermächtigen Alpenkitsch-Musikantenstadl-Schunkelmusik“. Gegen die kann man einen „jungen Wilden der Volksmusik“ gut brauchen.

Olaf Rotermund

In seiner Heimat füllt der Sohn eines Bergbauern aus dem Passeiertal große Hallen. Um sein Studium (Steirische Harmonika und Klarinette) am Kärntner Konservatorium zu finanzieren, jobbte er vor 15 Jahren für drei Monate als Bar-Musiker in Colorado. Die Sommer verbrachte der Multiinstrumentalist, der auch Schlagzeug, Flügelhorn und Saxofon spielt, 15 Jahre auf einer Alm, wo er sich um Tiere kümmerte und nebenbei komponierte.

Heute lebt der Vater zweier Kinder mit seiner Familie in Innsbruck und bekommt mit seinem Projekt sogar Konzertanfragen aus New York, Japan und Peru. Für seine Fans hat er zuletzt ein ganz besonderes Geschenk geschnitzt: Sein gerade erschienenes Album „Volksmusik!“ gibt es auch in einer exklusiven Zirbenholzbox. Pixner ist übrigens ausgebildeter Tischler.

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