Entdeckungen und Klassiker: Neue Saison am Kasseler Staatstheater

Das Leitungsteam: Künstlerische Betriebsdirektorin Sabine Wendenburg (vorn von links), Operndirektorin Ursula Benzig, Chefdramaturg Michael Volk, Generalmusikdirektor Patrik Ringborg, hinten: Intendant Thomas Bockelmann, Tanzdirektor Johannes Wieland und Dieter Klinge (Leiter Kinder- und Jugendtheater). Foto: Zgoll

Kassel. Intendant Thomas Bockelmann und sein Team stellten den Spielplan 2014/15 am Kasseler Staatstheater vor.

Kassel. „Ist ein Traum, kann nicht wirklich sein“: Mit einer der beliebtesten Opern überhaupt eröffnet das Kasseler Staatstheater die Musiktheatersaison: Am 11. Oktober hebt sich zum ersten Mal der Vorhang für Richard Strauss’ „Rosenkavalier“, ein ironisches, vielschichtiges Psychogramm der Liebe. „Ein echter Klopper“, sagt Generalmusikdirektor Patrik Ringborg, der das Stück mit Regisseur Lorenzo Fioroni gestaltet. Am Mittwoch stellten Intendant Thomas Bockelmann und das Leitungsteam des Kasseler Staatstheaters den Spielplan für die Saison 2014/15 im Opernfoyer vor.

Bockelmann selbst inszeniert schon eine Woche vorher (3. Oktober) den Saisonauftakt im Schauspielhaus: „Smokefall“ ist das magische Porträt einer amerikanischen Familie - und eine Betrachtung des Vergehens von Zeit. So sinnieren in dieser deutschsprachigen Erstaufführung des US-Autors Noah Haidle Zwillinge im Mutterleib darüber, ob es sich lohnt, geboren zu werden. Bockelmann hatte schon in der aktuellen Spielzeit mit einem Haidle-Stück für Aufsehen gesorgt: „Lucky Happiness Golden Express“.

Der neue Oberspielleiter am Schauspiel, Markus Dietz, präsentiert sich am 10. Oktober mit der Komödie „Floh im Ohr“ von Georges Feydeau.

Höhepunkte im Musiktheaterspielplan, der stark aufs 20. Jahrhundert setzt, sind ferner das klassische Musical „The Sound Of Music“ aus einem idealisierten Österreich der Kriegszeit, was noch nie in Deutschland aufgeführt wurde (1. November, Leitung: Kapellmeister Alexander Hannemann).

Von Gioachino Rossini steht „Il Barbiere di Siviglia“ auf dem Programm, von Giacomo Puccini „Turandot“. Reinhild Hoffmann inszeniert Glucks „Iphigénie en Tauride“ mit Solotänzer (Dirigent: Jörg Halubek), Ringborg dirigiert Tschaikowskys „Eugen Onegin“.

Noch mal Tschaikowsky: Nach dessen „Dornröschen“-Ballettmusik gestaltet Tanzdirektor Johannes Wieland unter musikalischer Leitung des Ersten Kapellmeisters Yoel Gamzou den Tanzabend „Aurora“ (25. April).

Schwergewichte im Schauspielspielplan sind William Shakespeares „Hamlet“ in der Inszenierung des fast 80-jährigen Gralf-Edzard Habben, der bisher als Bühnenbildner gearbeitet hat. Sebastian Schug inszeniert Kleists antikes Schmerzensstück „Penthesilea“, Patrick Schlösser die Rockoper „The Who’s Tommy“ - aus Spargründen wird dieses Sommertheaterstück allerdings ab 17. Juli nicht unter freiem Himmel, sondern im Schauspielhaus gezeigt.

Das Kinder- und Jugendtheater holt für das Weihnachtsmärchen den bewährten Regisseur Peter Seuwen zurück: Er zeigt ab 19. November „Aladin und die Wunderlampe“. Ein literarischer Renner bei Heranwachsenden kommt ebenfalls auf die Kasseler Bühne: „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf nach dem gleichnamigen Roman.

Karten: Tel. 0561 / 1094-222 www.staatstheater-kassel.de

Die Übersicht:

Musiktheater

• 11. Oktober: „Der Rosenkavalier“. Komödie für Musik von Richard Strauss. Musikalische Leitung: Patrik Ringborg. Inszenierung: Lorenzo Fioroni

• 1. November: „The Sound of Music“. Musical von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein II. Musikalische Leitung: Alexander Hannemann, Inszenierung: Philipp Kochheim

• 20. Dezember: „Iphigénie en Tauride“. Oper von Christoph Willibald Gluck. Musikalische Leitung: Jörg Halubek, Inszenierung: Reinhild Hoffmann

• 14. Februar 2015: „Il Barbiere di Siviglia“. Opera buffa von Gioachino Rossini. Musikalische Leitung: Yoel Gamzou, Inszenierung: Adriana Altaras

• 28. März 2015: „Turandot“. Unvollendete Oper von Giacomo Puccini, Schluss von Luciano Berio. Musikalische Leitung: Patrik Ringborg, Inszenierung: Markus Dietz.

• 23. Mai 2015: „Un Re in Ascolto“ (Ein König horcht). Musiktheater von Luciano Berio. Musikalische Leitung: Alexander Hannemann, Inszenierung: Paul Esterhazy

• 4. Juli 2015: „Eugen Onegin“. Oper von Peter Tschaikowsky. Musikalische Leitung: Patrik Ringborg, Inszenierung: Lisa Marie Küssner

• 3. Juli 2015: Theater-Jugendorchester: „Der Mond“ von Carl Orff. Musikalische Leitung: Alexander Hannemann, Inszenierung: Espen Fegran.

Tanztheater

• 22. November: „Zukunft 2.0“, zwei Stücke von Johannes Wieland und Gastchoreograf (Uraufführung). Schauspielhaus

• 25. April 2015: „Aurora“ (Arbeitstitel). Ein Stück von Johannes Wieland mit Musik aus „Dornröschen“ von Peter Tschaikowsky (Uraufführung). Musikalische Leitung: Yoel Gamzou. Opernhaus.

• 21. Mai 2015: Choreografische Werkstatt. Junge Choreografen stellen sich vor. tif

Schauspiel

• 2. Oktober: „Waisen“. Stück von Dennis Kelly. Inszenierung: Martin Schulze. tif.

• 3. Oktober: „Smokefall“. Stück von Noah Haidle (Deutsche Erstaufführung). Inszenierung: Thomas Bockelmann. Schauspielhaus

• 10. Oktober: „Floh im Ohr“, Komödie von Georges Feydeau. Inszenierung: Markus Dietz. Schauspielhaus

• 12. Dezember: „Gift“. Eine Ehegeschichte von Lot Vekemans. Inszenierung: Maik Priebe. tif

•13. Dezember: „Hamlet“. Drama von William Shakespeare. Inszenierung: Gralf-Edzard Habben. Schauspielhaus

• 13. Februar 2015: „Penthesilea“, Drama von Heinrich von Kleist. Inszenierung: Sebastian Schug. Schauspielhaus.

• 15. Februar 2015: Uraufführung eines neuen Stücks von Rebekka Kricheldorf. Inszenierung: Schirin Khodadadian. tif

• 10. April 2015: „Hochzeit bei den Cromagnons“, Farce von Wajdi Mouawad (Deutsche Erstaufführung). Inszenierung: Gustav Rueb. tif

• 11. April 2015: „Drei Mal Leben“, Komödie von Yasmina Reza. Inszenierung: Eva Lange. Schauspielhaus

• 5. Juni 2015: „Nachtasyl“, Schauspiel von Maxim Gorki. Inszenierung: Markus Dietz. tif

• 6. Juni 2015: „Immer noch Sturm“, dramatisches Epos von Peter Handke. Inszenierung: Marco Storman. Schauspielhaus

• 17. Juli 2015: Sommertheater:

„The Who’s Tommy“, Rockoper von Pete Townshend. Inszenierung: Patrick Schlösser. Schauspielhaus

Kinder- und Jugend-Theater

• 12. Oktober: „Kaltes Herz“ von Dieter Klinge nach Wilhelm Hauff (Uraufführung). Inszenierung: Dieter Klinge. Ab 8 Jahren. tif.

• 19. November: „Aladin und die Wunderlampe“ von Peter Seuwen (Uraufführung). Inszenierung: Peter Seuwen. Ab 6 Jahren. Opernhaus

• 1. Februar 2015: „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf. Inszenierung: Philipp Rosendahl, Ab 14 Jahren. tif

• 29. März 2015: „Restmüll“ von Ko van den Bosch (Deutsche Erstaufführung). Inszenierung: Dieter Klinge. Ab 7 Jahren. tif.

Wiederaufnahmen: In allen Sparten werden zusammen 22 Stücke wiederaufgenommen.

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