Vielen Dank für die Hits

Der große Entertainer Udo Jürgens wird 80: Wir gratulieren ihm von A bis Z

Sein Durchbruch: Mit „Merci Chérie“ gewann Udo Jürgens 1966 den Grand Prix Eurovision de la Chanson in Luxemburg.

Kassel. A wie Abschied: Abschiednehmen von der Bühne ist für Udo Jürgens auch mit 80 Jahren kein Thema. Seine Tour, die am 24. Oktober in Heilbronn beginnt, nennt er „Mitten im Leben“. Wenn das keine Ansage ist.

B wie Bademantel: Trägt Jürgens am Ende eines jeden Konzerts. Zum ersten Mal tat er dies vor vielen Jahren bei einem Konzert in Hamburg, als das Publikum eine Viertelstunde jubelte und er mit Pyjama zurückkehrte. Seither verschenkte er mehr als 2000 Bademäntel – alle landen am Ende im Publikum.

C wie Cousin:  Dass Udo Jürgens (mindestens) einen Cousin hat, wäre nicht weiter erwähnenswert, wenn es sich nicht zufällig um den Intendanten des Kasseler Staatstheaters, Thomas Bockelmann, handeln würde. Siehe auch Buchstabe J.

D wie David Rott: Es war ein großes TV-Event, als der Zweiteiler „Der Mann mit dem Fagott“ 2011 ausgestrahlt wurde. In der Biografie-Verfilmung spielt er den jungen Udo Jürgens.

E wie Eiger-Nordwand: Kein Berg ist zu hoch für Udo Jürgens. 1983 spielte er als PR-Gag für sein neues Album „Traumtänzer“ auf einem fast 4000 Meter hohen Gletscher in den Schweizer Alpen. Seinen gläsernen Flügel hatte ein Hubschrauber hinauftransportiert.

F wie Flügel: Diesen Sänger sieht man nicht mit Gitarre auf der Bühne, sondern er begleitet sich selbst am Flügel. Das wirkt seriös - und bestätigt in diesem Fall den Johannes-Heesters-Satz: Wer Klavier spielt, hat Glück bei den Frau’n.

G wie Grand Prix Eurovision de la Chanson: Den Schlagerwettbewerb gewann Jürgens 1966 für Österreich mit „Merci, Chérie“. Es war sein Durchbruch. Dabei hatte Jürgens nach einem sechsten und einem vierten Platz in den Vorjahren gar nicht mehr antreten wollen.

H wie Hits: Bei Konzerten verlegt sich Udo Jürgens mittlerweile darauf, seine großen Hits nur anzuspielen, in ein Medley zusammenzurühren. Er möchte die weniger bekannten Titel promoten und nicht immer nur die Meilensteine wie „Ehrenwertes Haus“, „Immer wieder geht die Sonne auf“, „Aber bitte mit Sahne“, „17 Jahr, blondes Haar“ oder „5 Minuten vor zwölf“.

I wie Innovation: Schlager, Balladen und Chansons: Die Musik Udo Jürgens’ weist stilistisch eine große Bandbreite auf. Mit rasch am Synthesizer zusammengehauenen Pseudo-Titeln billigster Kategorie, die oft ebenfalls Schlager genannt werden, hat die Musik von Udo Jürgens nichts zu tun. In den Texten nutzt er seine Popularität, um auf gesellschaftliche Konfliktfelder aufmerksam zu machen.

J wie Jürgens: Ist nur der Künstlername von Udo Jürgen Bockelmann. Zu Beginn seiner Karriere trat er auch als Udo Bolán auf.

K wie Kinder:  John (Schauspieler und DJ, 50) und Jenny (Sängerin und Schauspielerin, 47) stammen aus der Ehe mit dem Fotomodell Erika „Panja“ Meier. Außerdem gibt es die unehelichen Kinder Sonja (48) und Gloria (20).

L wie Landeskonservatorium: In Klagenfurt studierte Jürgens Harmonielehre und Komposition. Bereits mit 16 Jahren gewann er mit „Je t’aime“ einen Komponistenwettbewerb des Österreichischen Rundfunks.

„Es wird nie so weit kommen, dass man mich auf die Bühne tragen muss.“

M wie Manager: War sehr hilfreich in Jürgens Karriere. 1963 traf er den Musikverleger Hans R. Beierlein, der aus ihm einen Weltstar machte. Seit 1977 wird der Sänger von Freddy Burger betreut.

N wie nicht nur Eigenes: Jürgens schrieb auch Titel für internationale Stars wie Shirley Bassey und Sammy Davis jr.

O wie Ottmanach: So heißt das Schloss in Kärnten, auf dem Jürgens seine wohlbehütete Kindheit verbrachte. Sein Großvater war Bankdirektor, sein Vater Bürgermeister der 3000-Einwohner-Gemeinde.

P wie Partnerinnen:  „Ich war keiner meiner Frauen treu“, hat Jürgens in der „Bunten“ gestanden. Der notorische Playboy war zweimal verheiratet, mit dem Fotomodell Erika Meier (1964-89) und mit Corinna Reinhold (1999-2006). Er sei aber bei seinen Seitensprüngen nie der Verführer, immer der Verführte gewesen.

Q wie Querkopf: Ein glatter, angepasster Sänger war Udo Jürgens nie. Immer wieder hat er in seinen Liedern und in Interviews auf Missstände hingewiesen, seien es Ausländerfeindlichkeit, Umweltprobleme („5 Minuten vor 12“) oder das Wettrüsten („Traumtänzer“). In seinem Lied „Ein ehrenwertes Haus“ nahm er schon 1975 die spießbürgerliche Haltung zur sogenannten „wilden Ehe“ aufs Korn.

R wie Rosen: Die Königinnen unter den Schnittblumen werden dem Star bei Konzerten in einer Prozession der Verehrerinnen überreicht. Um es mit einem Lied zu sagen: „Vielen Dank für die Blumen“. In Kassel gab es bei einem Auftritt aber auch die Situation, dass er zu Konzertbeginn eine Blume verweigerte, weil er noch gar nichts geleistet habe.

S wie Schlager:  Der heutige Kult sowie das Revival des Genres in den 90ern ist seiner Musik zu verdanken.

T wie Tribute-Album: Erscheint am 17. Oktober bei Ariola. Auf „Udo Jürgens & seine Gäste – Mitten im Leben“ interpretieren Stars wie Christina Stürmer, Jamie Cullum und Tim Bendzko die Hits des Meisters. Sie alle treten bei der großen ZDF-Geburtstagsgala am 18. Oktober auf.

U wie Ununterbrochen: Wer schafft das schon, quasi ohne Unterbrechung über Jahrzehnte ganz oben im Geschäft zu bleiben?

V wie Verlierer: Bis zu seinem Durchbruch 1966 fühlte sich Jürgens oft wie einer. Der „singenden Bohnenstange“, wie manche ihn verspotteten, fehlte ein Hit.

W wie Wein: Griechisch muss er sein. Mit seinem Allzeithit „Griechischer Wein“ hat Udo Jürgens nicht nur das edle Getränk gefeiert, sondern auch die Sehnsucht vieler Migranten nach der Heimat thematisert.

X wie Max Greger: Im Vorprogramm des legendären Bigband-Leaders durfte Jürgens in den 50ern oft auftreten. Greger (heute 88) machte dem Nachwuchskünstler immer wieder Mut.

Y wie New York:  „Ich war noch niemals in New York“: Nach diesem Hit (unvergessen jene Textzeile, die suggeriert, es sei erstrebenswert durch San Francisco in „zerrissnen Jeans“ zu spazieren) ist das Musical benannt, das 2007 erstmals auf die Bühne kam.

Z wie Zürich: Hier lebt Jürgens zurückgezogen mit seiner Partnerin. In die Schweiz wanderte er 1977 aus, nachdem deutsche und österreichische Behörden je drei Millionen Mark Steuern von ihm gefordert hatten.

Von Bettina Fraschke, Werner Fritsch und Matthias Lohr

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