Afghanische Klänge auf der Zupflaute von Salamat Schiftah bei Ursel Schlichts „Sonic Exchange“

Entspannter Mix der Kulturen

Machten ein afghanisches Märchen zu einem Stück Tonmalerei: (von links) Ursel Schlicht (Klavier), Yama Karim (Tabla) und Salamat Schiftah (Zupflaute Rubab). Foto: Malmus

KASSEL. Was wartet auf ein Paar aus einer schönen Frau und einem hässlichen Mann nach dem Tod? Der Himmel! Der Mann kommt dorthin, weil er sein Leben lang Dankgebete anstimmt. Und die Frau wird glückselig, weil sie so viel leidet. Beten und Leiden sorgen fürs Paradies - so ein afghanisches Märchen.

Bei Ursel Schlichts „Sonic Exchange“ wurde es zur avantgardistischen Tonmalerei. Schlicht am Klavier und der Flötist Robert Dick malten den weiblichen Part, während der Tablaspieler Yama Karim und der Kontrabassist Sebastian Gramss die Gegenseite darstellten. Zu den Improvisationsklängen erzählte Salamat Schiftah die hintersinnige Geschichte.

Offenes Musikstudio

Ganz im Sinn von „Sonic Exchange“ war der unangestrengte Kulturenmix. Während des documenta-Sommers arbeitet Ursel Schlicht in einem offenen Musikstudio im Foto-Motel in der Wolfhager Straße 53. Mindestens zwei Konzerte gibt es dort pro Woche, vielfältige Begegnungen sind garantiert.

Für die Zuhörerschar gab es diesmal auch afghanische Lieder, die Salamat Schiftah sang und auf der Zupflaute Rubab erklingen ließ. Das verhieß den trancehaften Flow langer Melodie-Umspielungen, zu dem Schlicht auch mal die Klaviersaiten zum Zirpen brachte. Nebenbei erfuhr man, dass Salamat Schiftah der erste afghanische Musiker war, der die chromatische Mundharmonika spielt.

Außerdem war die Kasseler Tänzerin Heike Wrede dabei. Sie improvisierte zur Musik und hatte zuvor im Hof das Publikum mit ihrer clownesken Performance „Abserviert“ über eine überforderte Kellnerin unterhalten. Alles sehr offen und urban.

www.sonicexchange.net

Von Georg Pepl

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