Im Theaterstübchen

Entspannter Wohlklang: Sebastian Studnitzky eröffnete den Jazz-Frühling

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Musikalisches Multitasking: Sebastian Studnitzky beim Jazz-Frühling im Theaterstübchen.

Kassel. Es war ein leiser Auftakt, den Theaterstübchen-Zampano Markus Knierim für seinen achten Jazz-Frühling gewählt hatte.

Der Trompeter und Pianist Sebastian Studnitzky, als Tausendsassa in Sachen Jazz unterwegs, gastierte mit dem Berliner Streichquartett Camerata und dem Bassisten Paul Kleber im voll besetzten Kellerclub in der Jordanstraße. Auf dem Programm stand sein Projekt „Memento“ - ein kammermusikalisches Kompositionsvergnügen mit elegischem Tiefgang, welches sich im Detail den aufmerksamen Zuhörern als polyphones Juwel offenbarte.

Die kreativen Wehen dieses Bravourstückes erlebte Studnitzky zu der Zeit, als sich vor sechs Jahren sein kleiner Sohn vehement frühmorgens für den Tag anmeldete. Er holte ihn aus seinem Bettchen, legte ihn unter den heimischen Flügel und begann zu spielen. Der Quälgeist schlief sofort wieder ein, und Papa füllte ein Notenblatt nach dem anderen. Die einzelnen Arrangements und die instrumentale Gestaltung von „Memento“ erinnern stark an Künstler wie Lyle Mays, den späten Randy Brecker oder Kenny Wheeler.

Harmonisch geschichteter Wohlklang, virtuos verziert und sympathisch verpackt. Dabei dominierte eine ruhige, einfühlsame Konversation unter den Musikern das Geschehen. Solistische Fragmente fielen aus dem Themenspiel wie Schatten aus wechselnden Lichtverhältnissen.

Der Klangkörper atmete entspannt in eine wohlig warme Sommernacht, gänzlich frei von oberflächlicher Fröhlichkeit. Manchmal vermisste man das Crescendo, das Fortissimo und das Finale furioso. Doch Studnitzky ließ den Jet-ski zu Hause und ging lieber am Strand spazieren.

Das Publikum fühlte sich bestens unterhalten und honorierte das perfekte Ensemblespiel mit großem Applaus.

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