Erfolg als ein eiskalter Engel: Alain Delon wird 75

Am Blick erkennt man ihn sofort: Alain Delon. Foto:  dpa

Der Schöne und seine Geheimnisse: Frankreichs Schauspiel-Ikone Alain Delon wird an diesem Montag 75 und hat in seiner Glanzzeit ein Image konstruiert, das mit dem seiner berühmtesten Rollenfiguren verschmolz.

„Der eiskalte Engel“, so hieß sein wichtigster Film, wurde zu dem Etikett, das auch auf den Menschen Alain Delon anwendbar war.

In Jean-Pierre Melvilles Kultfilm von 1967 spielte Delon einen Profikiller, der seinen Beruf ohne Gefühlsregungen ausübt. Seine unbewegte Miene, der undurchdringliche Blick schufen dabei eine glänzende, aber auch distanzierte Aura, die Delon auch jenseits der Kamera zugeschrieben wurde. Alain, der Geheimnisvolle, der Mann mit den rätselhaften blauen Augen.

Turteln: Romy Schneider und Alain Delon 1959.

Schon in dem Film, der ihm den Durchbruch verschaffte, spielt er einen Identitätsschwindler. In Réné Cléments Thriller „Nur die Sonne war Zeuge“ (1960) verkörpert Delon jenen Tom Ripley, der sich die Identität eines Millionärssohns ergaunert - in ein fremdes Leben schlüpft und seine eigene Persönlichkeit im Ungefähren verschwimmen lässt. Und er schafft es - obwohl er zum Mörder wird - Sympathien der Zuschauer zu erlangen.

In „Nur die Sonne war Zeuge“.

Es folgten Filme wie „Rocco und seine Brüder“, „Clan der Sizilianer“ und „Nur die Sonne war Zeuge“, in denen der Beau das glanzvoll-distanzierte (Gangster-)Image pflegte.

Der 1935 im Pariser Vorort Sceaux geborene Alain Delon war Metzgerlehrling und kämpfte im Indochinakrieg. Zum Film kam er durch Zufall. 1957 wurde der blendend aussehende junge Mann bei den Filmfestspielen in Cannes entdeckt. Mit geliehenem Smoking tauchte er bei einem Empfang auf und fiel einem Talentsucher des Produzenten David O. Selznick auf - obwohl der Adonis keine Schauspielerfahrung hatte. Trotz US-Kontakts blieb Delon für erste Engagements in Frankreich.

Zu den glamourösen Seiten des Alain Delon gehört auch seine Verlobungszeit mit Romy Schneider, mit der er für „Christine“ und „Swimmingpool“ vor der Kamera stand. Ein Traumpaar, Lieblinge der Boulevardpresse, die die ersten verliebten Blickwechsel festhielt. Und doch heiratete Delon eine andere: Nathalie. Worauf sich Romy das Leben nehmen wollte.

In „Der eiskalte Engel“.

Weitere Risse bekam Delons Strahlemann-Image, als Nathalies Leibwächter Stephan Marcovic 1968 unter unklaren Umständen ermordet wurde. Gerüchte über Kontakte in die Unterwelt wurden nie aufgeklärt. Später ging er eine weitere Ehe mit dem Model Rosalie ein. Delon hat drei Kinder, mit Tochter Anouchka wird er nächstes Jahr in Paris Theater spielen.

Alain Delons Stern sank seit den 70er-Jahren - mit selbstironischen Auftritten wie als Cäser in einer „Asterix“-Verfilmung von 2008 stemmt sich der auch optisch sanfter gewordene Schauspieler dagegen. Er lebt seit Jahren in der Schweiz.

Im Nachtprogramm der ARD laufen in den nächsten Tagen ab heute 13 Filme mit Alain Delon, dazu kommt heute Vormittag, 10.25 Uhr der Film „Christine“.

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