Ein Erfolg im partygesättigten Berlin

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Erhielt den Preis für die beste Hauptrolle: Stefan Kurt - geschminkt in einer Theaterpause.

Berlin. Den Fetenort zu betreten ist so, als klettere man in seinen eigenen Fernseher daheim im Wohnzimmer. Denn bei der ersten Verleihung des Deutschen Schauspielerpreises tummelt sich die gesammelte Fernseh- und Kinowelt.

Darsteller von „Tatort“ über Soap und Comedy bis Kino. Ein Erfolg. Alle sind begeistert. Der Jubel ist echt.

Noch einen Preis? Hieß es skeptisch im Vorfeld. Ja, endlich, ist das Fazit beim rauschenden Fest am Sonntagabend im Berliner Hotel Maritim. Eingeladen hatte der erst vor knapp sechs Jahren gegründete Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler. Der hat innerhalb von zehn Wochen diese neue Auszeichnung auf die Beine gestellt. Erst mal in wenigen Kategorien, Ausbau geplant.

600 Gäste bei der Zeremonie, 2000 bei der anschließenden Party feierten mit – ein Erfolg in partygesättigten Berlinale-Tagen. Und so wurden Petra Schmidt-Schaller („Das geteilte Glück“) und Stefan Kurt („Dreileben“) als beste Hauptdarsteller gewürdigt, Dagmar Manzel („Zettl“) und Ulrich Noethen („Die Unsichtbare“) als beste Nebendarsteller.

Katharina Thalbach und Minister Bernd Neumann als Filmförderer bekamen Ehrenpreise, die verdutzte Alina Levshin den erst am Galatag ins Leben gerufenen Nachwuchspreis für ihre Rolle als Neonazi-Mädchen in „Die Kriegerin“.

Dotiert sind die Auszeichnungen nicht. Und in den amüsanten Laudationes lernten die Besucher, wie es bei Peter Lohmeyer und seiner Frau, Starköchin Sarah Wiener, daheim zugeht (eifersüchtig, aber es wird so gut gekocht, dass man selten Lust hat auszugehen), was sich Katharina Thalbach fürs Alter erhofft (einen Nebenrollenpreis, wenn sie mit 90 im Rollstuhl sitzt), dass Bürgermeister Klaus Wowereit in seiner Partei nie damit durchkäme, wenn er nicht auch vom Schauspielerinnenpreis spricht, und wie Stefan Kurt aussieht, wenn er am Berliner Ensemble als Mackie Messer auftritt – er holte sich den Preis nämlich im vollen Kostüm in der Theaterpause ab, Gustav-Gründgens-mäßig weiß geschminkt, blonde Perückenlöckchen, Ansteckrose.

Dazu passte die von Verbands-Vorstand Thomas Schmuckert ausgegebene Devise, es gehe nicht um die beste, sondern um die inspirierendste Leistung. Man feierte bei Fertigpizza, Donuts und Currywurst von Sponsoren.

Die weibliche Gästeschar trug ansonsten je jünger, desto kürzere Röcke zu dicken schwarzen Strumpfhosen und schwindelhohen Absätzen, die Männer kombinierten zum Anzug gern Turnschuhe oder Wollmütze.

Von Bettina Fraschke

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