Viel Beifall

Musikakademie feierte ihren 75. Geburtstag

Mit langem Beifall gewürdigt: Chor und Orchester der Musikakademie unter der Leitung von Alberto Bertino (Mitte). Foto: Fischer

Kassel. Feierlicher hätte die Festveranstaltung am Freitag zum 75-jährigen Bestehen der Kasseler Musikakademie „Louis Spohr“ nicht beginnen können.

Sie begann mit einer Introduktion des Namenspatrons Spohr und dem Chor-Orchesterstück „Zadok the Priest“ von Georg Friedrich Händel - bekannt als Champions-League-Hymne. Zwar wollte sich die Akademie damit nicht im Konzert der musikalischen Bildungseinrichtungen positionieren. Aber Chor und Orchester der Akademie stellten unter der Leitung von Alberto Bertino unter Beweis, welch enormen Aufschwung die Akademie und ihre Ensembles seit einigen Jahren genommen haben.

Unter der Leitung von Dr. Peter Gries wurde nicht nur das künstlerische Niveau angehoben, sondern es ist der Stadt Kassel und dem Land Hessen auch gelungen, 2012 mit der Umwandlung von einer Fachschule in eine Berufsakademie den akademischen Bachelor-Abschluss einzuführen und damit die Musikakademie zukunftsfähig zu machen.

So konnte Oberbürgermeister Bertram Hilgen mit Stolz auf eine Einrichtung verweisen, an der heute 160 Studierende aus 20 Nationen durch 50 Dozenten (teils in Teilzeit) eine fundierte musikpädagogische Ausbildung erhalten. Hilgen verschwieg nicht, dass 1939 bei der Zusammenführung von Kasseler Conservatorium und Musikseminar die Gleichschaltung der Musikausbildung durch die Nationalsozialisten das Ziel war. Umso erfreulicher, dass die Musikakademie heute als ein „Ort gelungener Integration“ (Hilgen) gelten kann.

Dass die Musikakademie mit ihrer praxisbezogenen Ausbildung fit sei für die musikpädagogischen Anforderungen des 21. Jahrhunderts, betonte Christoph Nielbeck von der Arbeitsgemeinschaft deutscher Musikakademien und lobte besonders die Zusammenarbeit mit den Musikschulen der Region. Auch Dr. Rolf Bernhardt vom hessischen Kunstministerium, Bärenreiter-Verlegerin Prof. Barbara Scheuch-Vötterle und Heidi de Vries von der Fördergesellschaft der Musikakademie wiesen auf die Bedeutung der Musikakademie für Kassel hin.

Mindestens so sehr wie die guten Worte überzeugten jedoch musikalische Taten die Zuhörer in der voll besetzten Karlskirche. Mit Werken unter anderem von Emilie Meyer, Edward Elgar, Joaquin Rodrigo und Leonard Bernstein zeigten die mit viel Elan spielenden Studierenden unter Bertinos Leitung eine tolle Leistung. Ebenso die solistisch aktiven Dozenten Joachim Pfannschmidt (Horn), Jens Josef (Flöte) und - als feines Gitarrenquartett - Michael Tröster, Wolfgang Lendle, Boris Tesic und Joel Betton.

Mit langem Beifall endete der Festakt. Auch am Samstag zeigten Studierende und Dozenten in zahlreichen Wandelkonzerten ihr Können.

Von Werner Fritsch

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