Auftaktfolge enttäuscht

TV-Kritik zum Erfurter "Tatort": Potenzial ist da

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Das neue Ermittlerteam aus Erfurt.

Erfurt. Der MDR schickte am Sonntagabend ein neues Ermittlerteam ins Rennen um die Zuschauerquoten. Der Erfurter "Tatort" soll auf jugendliche Weise authentisch sein. Dieses Ziel hat die Auftaktfolge verfehlt - aber viel Potenzial angedeutet. Eine Kritik von HNA-Kulturredakteurin Bettina Fraschke.

In der Konstellation der neuen Ermittlertypen steckt viel erzählerisches Potenzial, aber die Auftaktfolge war enttäuschend. Der Erfurter „Tatort: Kalter Engel“ von Thomas Bohn (Buch und Regie) krankte an holpernden Drehbuchtexten, Spannungslöchern und zu viel gewollt eingebautem Jugendslang.

Alle zehn Minuten „Alter“, „Scheiße“ oder „fuck“ zu sagen führt eben gerade nicht zu der Junge-Leute-Glaubwürdigkeit, die der MDR mit seinem neuen Team anstrebt. Die drei Darsteller Friedrich Mücke, Benjamin Kramme und Alina Levshin sind sympathisch, ihre Rollen sind so interessant angelegt, dass man sich auf neue, bessere Folgen mit ihnen freut.

Am Sonntag konnten sie ihr Talent noch nicht voll ausspielen – vor allem die großartige Alina Levshin nicht. Ihre Figur Johanna Grewel wurde zu sehr auf das Image als nerdige Besserwisserin festgelegt, die von den coolen Typen abgekanzelt wird, obwohl die von ihrer Kompetenz und ihrem bescheuerten Abspulen von Lexikonwissen natürlich klischeegemäß unentwegt profitieren.

Auch dem Fall hätte man weniger Klischees gewünscht, das wichtige Thema, dass Studierende sich mit Leistungsdrogen pushen, um mithalten zu können, wurde verschenkt.

Von Bettina Fraschke

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